Ohne künstliche Zusatzstoffe

Die Mehrheit der Frauen befürworten Naturkosmetik

von Dennis L.

Immer mehr Frauen befürworten natürliche Bio-Kosmetik und setzen daher ganz bewusst auf Kosmetikprodukte, die weder genetisch veränderte noch künstliche Zusatzstoffe beinhalten. Doch trotz der großen Nachfrage ist die derzeitige Auswahl an Naturkosmetik-Produkten am Markt noch recht gering.

Brüssel (Belgien). Ob Handcreme, Make-up, Anti-Aging Creme oder Wimperntusche - die meisten Frauen verwenden regelmäßig Kosmetikprodukte – und ein Großteil dieser Produkte beinhalten diverse künstliche Zusatzstoffe. Eine aktuelle Studie zu diesem Thema, beauftragt vom Internationalen Verband für Natur- und Bio Kosmetik (NATRUE) und durchgeführt vom renommierten Marktforschungsinstitut GfK, fand nun heraus, dass neun von zehn Frauen Naturkosmetik herkömmlichen Kosmetikprodukten bevorzugen. Damit hat sich der Markt für Bio-Kosmetik in den letzten zehn Jahren fast verdoppelt (HAFNER & CIE Studie).

Aber obwohl der Markt für Naturkosmetik von Jahr zu Jahr wächst, haben große und bekannte Marken wie beispielsweise L'Oreal oder Beiersdorf erst jetzt den Trend erkannt und erweitern ihr Bio-Sortiment entsprechend der Kundenbedürfnisse. Andere Hersteller haben sich die große Lücke, welche die letzten Jahre existierte, zu Nutze gemacht und sich auf hochwertige Bio- und Naturkosmetik spezialisiert. Zu den derzeit beliebtesten Naturkosmetik-Marken zählen:

  • Alverde
  • Dr. Hauschka
  • Greendoor
  • Lavera
  • Steiger Naturals
  • Weleda

Während es einige der Naturkosmetik-Marken bereits im Supermarkt oder bei Drogeriemarktketten zu kaufen gibt, so sind andere Marken von Bio-Kosmetikprodukten nur bei ausgewählten Anbietern oder ausschließlich im Internet erhältlich.

Diverse Zertifizierungsstandards verwirren die Verbraucher

NATRUE erklärt im Zuge der Studienveröffentlichung, dass der noch junge Naturkosmetik-Markt derzeit noch ein weiteres Problem hat: Die Begriffe biologisch oder natürlichnatürlich sind für Kosmetika gesetzlich noch nicht klar definiert. Dadurch gibt es derzeit verschiedene Zertifizierungsstandards, was wiederum Verwirrung beim Verbraucher auslöst. Die derzeit meist genutzten Siegel für Naturkosmetik sind NATRUE und Ecocert.

Ein verlässliches Siegel, welches die Qualität der Kosmetika garantiert, wird immer wichtiger, da mittlerweile 59 Prozent der Frauen beim Kauf auf Bio-Produkte achten. Durch die fehlende gesetzliche Definition fällt die Wahl jedoch oft auf ein vermeintliches Naturprodukt.

Zwar hat die konventionelle Kosmetikindustrie gemeinsam mit der internationalen Organisation für Normung (ISO) einen ersten Standardentwurf für ein Bio-Siegel für Kosmetika aufgesetzt, jedoch fällt dieses schwächer als das NATRUE- oder Ecocert-Siegel aus.

Was ist der Unterschied zwischen Naturkosmetik und konventioneller Kosmetik?

Die Kosmetik-Studie zeigt zudem, dass die große Mehrheit der Verbraucher zwar weiß, dass es Unterschiede zwischen Naturkosmetik und konventioneller Kosmetik gibt, jedoch sind lediglich 34 Prozent der Befragten Personen in der Lage, diese Unterschiede auch zu erklären. Ein einheitliches Bio-Siegel nach höchsten Standards würde es den Verbrauchern einfacher machen, da sie die Unterschiede zwischen Bio-Kosmetik und herkömmlicher Kosmetik nicht kennen müssen und sich voll auf das Siegel verlassen könnten.

Die Unterschiede der Kosmetika im Detail

Bio- bzw. Naturkosmetik enthält fast überwiegend natürliche Substanzen, die meist aus Pflanzen gewonnen werden. Häufig finden sich auch verschiedene mineralische Inhaltsstoffe in den Produkten wieder. Aber auch tierische Produkte, wie beispielsweise Bienenwachs kann in Naturkosmetik-Produkten vorkommen.

Vegane Kosmetik hingegen verzichtet bei den Inhaltsstoffen komplett auf tierische Produkte wie Fette oder Honig. Es muss aber gesagt werden, dass vegane Kosmetik nicht unbedingt auch Naturkosmetik sein muss, da vegane Kosmetika teilweise auch synthetisch erzeugte Inhaltstoffe nutzen.

Konventionelle Kosmetika können hingegen fast alles als Inhaltsstoff verwenden. Das Spektrum reicht hier von hormonell wirksamen Substanzen und Parabene bis hin zu Tensiden oder Mikroplastik.

1 Kommentar

Ulf Schräg
Ein guter Trend. Kosmetik muss frei von allen Wirkstoffen werden. Vor allem Konservierungsstoffe haben in Kosmetik nichts verloren. Es macht gar nichts aus, wenn die Creme im Töpfchen mal etwas ranzig riecht oder von Fremdbakterien belebt wird. Das ist dann Grün, und Natur. Und die Natur kommt schließlich auch ohne Konservierungsstoffe, ohne Technik oder Gene aus.
Grün ist die Zukunft.
Schreib uns deine Meinung
VGWortpixel