Do-it-yourself

Deutschland ist ein Land der Hobby-Heimwerker

Dennis L.

Eine aktuelle Studie zeigt es deutlich: Die überwiegende Mehrheit der Deutschen verzichtet auf professionelle Handwerker und führt anstehende Arbeiten wie Renovierungen oder Sanierungen am Haus und im Garten lieber in Eigenregie durch.

Nürnberg (Deutschland). Eine Studie eines großen deutschen Immobilienportals belegt ganz klar: Deutschland ist ein Land der Hobby-Heimwerker. Eine Umfrage ergab, dass ganze 87 Prozent der Deutschen bei kleineren und größeren Handwerksarbeiten auf professionelle Unterstützung verzichten und lieber selbst zur Zange oder zum Hammer greifen. Neben klassischen Renovierungsarbeiten wie Streichen oder Tapezieren, zählen auch Elektroinstallationen und Teppichverlegen zu den Arbeiten, die meist eigenständig durchgeführt werden.

Einfach nur faul auf der sonnigen Terrasse entspannen, die Füße hochlegen und ein kaltes Bier trinken, während Elektriker, Klempner oder Maler im oder am eigenen Haus arbeiten, kommt demnach für die meisten Deutschen nicht in Frage.

Diese Handwerksarbeiten führen die deutschen Hobby-Handwerker selbst durch

Die wohl häufigste selbstdurchgeführte Arbeit ist das Streichen von Wänden. Ganze 47 Prozent der Deutschen erledigen diese Renovierungsarbeiten selbst. Im Rahmen der Studie fanden die Experten zudem heraus, dass Männer mit 54 Prozent häufiger streichen als Frauen (40 Prozent). Beim Aufbauen von Möbeln sieht es schon etwas anders aus. Nur knapp die Hälfte der Befragten (45 Prozent) bauen neue Möbel selbst auf. Hier übernehmen ebenfalls mehr Männer (59 Prozent) als Frauen (30 Prozent) diese Aufgabe.

Auch bei Elektroinstallationen wie der Montage von Lampen, machen die Deutschen Hobby-Handwerker viel im Alleingang. Rund 41 Prozent der Haushalte führen diese Arbeiten eigenständig durch. Auch das Anschließen von größeren E-Geräten wie Herd, Spül- oder Waschmaschine übernehmen immer noch gut ein Drittel (32 Prozent) der Befragten.

Hier sollte aber nicht am falschen Ende gespart werden: Geräte mit Starkstrom sollten immer von einem Fachmann angeschlossen werden!

Aber warum führen eigentlich so viele Deutsche Renovierungs- und Sanierungsarbeiten selbst durch? Der wohl offensichtlichste Grund ist, dass die vermeintlich leichte Arbeit mit hohen Kosten verbunden ist, wenn man sich dafür extra einen Handwerker ins Haus holt. Zudem können solche Arbeiten auch Spaß machen und dank diverser Anleitungen und Tipps auf Internetseiten wie Handwerkszeug.net kann auch wirklich jeder einfache Reparaturen eigenständig durchführen – natürlich passendes Werkzeug vorausgesetzt.

Frauen packen immer häufiger mit an

Die Studie zeigt zudem, dass Hobby-Handwerker nicht nur Männer sind. Zunehmend greifen auch immer mehr Frauen zur Säge oder zum Fliesenkleber. Zwar übernehmen überwiegend immer noch Männer die Handwerksarbeiten, aber der Frauenanteil ist größer, als manch einer vielleicht vermuten mag.

So schließen beispielsweise rund 20 Prozent der befragten Frauen Deckenlampen eigenständig an und etwa 16 Prozent verlegen ohne fremde Hilfe Teppichböden. Zudem schließen 15 Prozent der Frauen elektrische Geräte wie Spül- oder Waschmaschinen selbst an. Auch beim Verlegen von Laminat bzw. Parkett greifen immer mehr Frauen zum Gummihammer: Ganze elf Prozent gaben an, diese Arbeiten selbst durchzuführen.

Auch beim Verputzen und dem Verlegen von Fliesen ist die Frauenquote überraschend hoch. Hier gaben neun Prozent der weiblichen Befragten an, selbst zu verputzen und acht Prozent, Fliesen selbst zu verlegen.

Dennoch: Bestnoten für das deutsche Handwerk

Der hohe Do-it-yourself-Anteil ist aber nicht auf mangelndes Vertrauen oder die Qualität der Arbeit professioneller Handwerker zurückzuführen. Ältere Umfragen aus dem Jahr 2013 ergaben, dass 73 Prozent der Deutschen generell mit Handwerkern zufrieden sind ganze 80 Prozent die durchgeführten Arbeiten gut oder sehr gut bewerten.

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