Robert Klatt
Ottawa (Kanada). Aluminiumsalze werden in vielen Impfstoffen als Adjuvantien verwendet. Die Zusatzstoffe verstärken die Wirkung der Impfungen, indem sie dem Immunsystem dabei helfen, stärker und länger auf den Impfstoff zu reagieren. Es kann somit eine kleinere Menge des Wirkstoffs verwendet werden oder der Impfschutz besteht länger. Kritiker behaupten jedoch, dass die Aluminiumsalze gesundheitsschädlich sind und unter anderem das Risiko für Autismus, Asthma und Autoimmunerkrankungen erhöhen.
Forscher der University of Minnesota haben nun eine Metastudie publiziert, die die Langzeitfolgen von Aluminium in Impfstoffen untersucht hat. Sie haben dazu Daten von 59 Studien analysiert, die potenzielle Zusammenhänge von Aluminiumsalzen und Autismus, Asthma, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen sowie Hautreaktionen untersucht haben. Studien zu experimentellen Impfstoffen, die im klinischen Alltag bisher nicht verabreicht werden, wurden nicht in die Metaanalyse einbezogen.
Wie die Wissenschaftler erklären, gab es bei der Qualität der Studien deutliche Unterschiede. Sie haben deshalb eine etablierte Bewertungsmethode verwendet, um die Aussagekraft der Daten objektiv einschätzen zu können.
Große Beobachtungsstudien und randomisierte Studien mit einer hohen Qualität zeigen demnach, dass es keinen Zusammenhang zwischen aluminiumhaltigen Impfstoffen und Autismus, Typ-1-Diabetes, Asthma, Muskelschmerzen und anderen Krankheiten gibt. Kleine Kohortenstudien und randomisierte Studien mit wenigen Probanden kamen hingegen teilweise zu dem Ergebnis, dass die Adjuvantien makrophagische Myofasziitis (MMF), eine seltene Muskelerkrankung, auslösen können. Weil die Studien methodische Schwächen hatten, liefern sie laut den Forschern aber keinen glaubwürdigen Beweis dafür, dass Aluminiumsalze tatsächlich die Ursache für MMF sind.
Laut den qualitativen Studien kann es durch die Adjuvantien an der Injektionsstelle aber zu länger anhaltenden Knötchen und Granulomen kommen. Diese Nebenwirkungen der Impfungen sind aber selten und treten nur lokal begrenzt auf. Bei den meisten Betroffenen verschwinden sie nach kurzer Zeit von selbst. Die Forscher kommen somit zu dem Ergebnis, dass Aluminiumsalze als Adjuvantien in Impfstoffen nicht problematisch sind.
„Die derzeitige Evidenz unterstützt keine ursächlichen Zusammenhänge zwischen aluminiumhaltigen Impfstoffen und schweren oder langfristigen Gesundheitsfolgen. Diese Ergebnisse stimmen mit der breiteren Sicherheitsdatenlage nach der Zulassung überein, die die fortgesetzte Verwendung aluminiumhaltiger Impfstoffe in Impfprogrammen unterstützt.“
Quellen:
Pressemitteilung des Center for Infectious Disease Research and Policy (CIDRAP) der University of Minnesota
Studie im British Medical Journal (BMJ), doi: 10.1136/bmj-2025-088921