Gedunde Ernährung

Westliche Ernährung führt zu Erkrankungen

D. Lenz

Die Entscheidung zu einer bestimmten Ernährungsweise hat direkte Auswirkungen darauf, wie würdevoll wir altern und wie lange wir leben. Einer neuen Studie nach ist die westliche Ernährungsweise allerdings eher schädlich und fördert Krankheiten, ein schnelles Altern und einen früheren Tod.

(Frankreich). Eine umfangreiche Studie, die im American Journal of Medicine veröffentlicht wurde, bestätigt nun, was viele Menschen in Europa bereits vermutet haben: Die westliche Ernährungsweise verursacht Krankheiten, führt zu einer schnelleren Alterung des Körpers und führt so zu einem früherem Tod. Als westliche Nahrung zählen vor allem viel Gebratenes und gezuckertes, verarbeitetes Getreide und natürlich zahlreiche Toxine und chemische Zusatzstoffe, die über die Nahrung aufgenommen werden. Die Studie zeigt, dass Menschen die eine gesunde Ernährung bevorzugen, wie beispielsweise durch frische Bio Lebensmittel, auch länger leben und nicht im Ansatz so oft und so schwer Krank werden, wie Vergleichspersonen, welche sich zum Großteil typisch westlich ernähren.

In der groß angelegten Studie mit dem Namen "Kohortenstudie British Whitehall II" verglichen Wissenschaftler aus Frankreich und vielen anderen Ländern die Ernährungsgewohnheiten von 3.775 Männern und 1.575 Frauen mit der Häufigkeit chronischer Erkrankungen und der Sterblichkeitsrate. In die wissenschaftliche Auswirkung flossen auch die Daten von Screenings, denen sich die Studienteilnehmer alle fünf Jahre unterziehen mussten, und die Krankendaten. Nachdem die Wissenschaftler alle Daten zusammengefasst haben, haben sie Zusammenhänge zwischen der Ernährung und Krankheiten sowie der Sterblichkeitsrate analysiert.

Die Auswertung erfolgte gemäß dem Alternative Healthy Eating Index (AHEI) und ergab, dass westliches Junk Food, mit Toxinen belastete Lebensmittel und chemische Zusatzstoffe für ein beschwerliches Altern sorgen, zahlreiche Krankheiten, wie zum Beispiel Krebs auslösen und dadurch zum früheren Tod führen. Lediglich nur vier Prozent der Studienteilnehmer erreichte einen idealen Alterungsprozess.

Die Wissenschaftler definierten für die Studie den idealen Alterungsprozess folgendermaßen: Freiheit von chronischen Erkrankungen, sowie gute Testergebnisse bei ärztlichen Untersuchungen im Bezug auf die geistige und körperliche Leistung. Leider konnte nur wenige Studienteilnehmer der Status "idealer Alterungsprozess" zugesprochen werden. Bei mehr als zwölf Prozent wurde sogar ein nicht tödliches Herz-Kreislauf Problem nachgewiesen, jedoch starben auch mehr als zehn Prozent aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder aus anderen Gründen, die eindeutig der westlichen Ernährungsweise zugeordnet werden konnten.

"Die Bedeutung der Ernährung für bestimmte altersbezogene Erkrankungen ist eingehend erforscht, doch nur bei wenigen Untersuchungen wurde ein ganzheitlicher Ansatz gewählt, um den Zusammenhang zwischen Ernährung und dem Gesundheitszustand im höheren Alter zu erfassen", sagte Erstautorin Dr. Tasnime Akbaraly als Erläuterung der Qualität der Untersuchung. "Wir haben untersucht, ob die Ernährung, die in der Mitte des Lebens anhand von Ernährungsgewohnheiten und der Orientierung am Alternative Healthy Eating Index (AHEI) ausgewertet wurde, Phänotypen der Alterung entsprach, die 16 Jahre später ermittelt wurden."

Im Klartext bedeutet dies: Menschen, die in guter gesundheitlicher Verfassung sind und länger beschwerdefrei Leben möchten, sollten auf industriell gefertigtes und verarbeitete Lebensmittel verzichten. Dazu zählen vor allem raffinierter Zucker und Mehle sowie verarbeitete oder gehärtete Pflanzenöle. Die Wissenschaftler vermuten, dass der Schlüssel für einen idealen Alterungsprozess in der Aufnahme von frischem Bio Lebensmitteln, wie Obst, Gemüse, Fleisch und Milch bzw. Milchprodukten von grasgefütterten Tieren, liegt.

"Wir haben gezeigt, dass das Befolgen bestimmter Ernährungsempfehlungen wie denen des AHEI sinnvoll sein kann, das Risiko beschwerlicher Alterung zu vermeiden, während der Verzicht auf westliche Lebensmittel die Aussicht auf ein Alter ohne chronische Krankheiten, aber bei hoher Funktionalität erhöhen kann", erklärt Dr. Akbaraly. "Bessere Einsicht in den Unterschied zwischen einer gesunden Lebensführung, die Schutz vor Krankheiten bietet, und einer anderen Lebensweise, die jemanden auf den Weg einer idealen Alterung bringt, könnte eine bessere Prävention in der öffentlichen Gesundheitsfürsorge möglich machen."

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