Studienlage

Unfruchtbar durch Covid-19-Impfung?

Robert Klatt

Baby von Eltern mit Covid-19-Impfung )moc.hsalpsnuzorM piliF(Foto: © 

Manche Menschen befürchten durch die Covid-19-Impfung unfruchtbar zu werden. Ob tatsächlich ein Risiko besteht, zeigt eine Reihe aktueller Studien.

Berlin (Deutschland). Die Covid-19-Impfung gehört neben schützenden Masken zu den wichtigsten Maßnahmen im Kampf gegen die Coronapandemie. Nötig ist dafür jedoch eine hohe Impfquote von etwa 90 Prozent. Erhalten haben eine Erstimpfung in Deutschland bisher jedoch nur 74 Prozent der Bevölkerung (Stand 04. Januar 2022). Dies liegt auch daran, dass ein Teil der Impfgegner überzeugt ist, dass die aktuellen Impfstoffe für unfruchtbar sorgen.

Publikationen unterschiedlicher Institutionen sprechen jedoch eindeutig gegen diese These. Auch das Robert Koch-Institut (RKI) schreibt dazu im Bericht „Impfung bei Schwangeren, Stillenden und bei Kinderwunsch“: „Diese Aussage ist falsch“.

Unfruchtbarkeit nach der Impfung?

Auch die klinischen Studien vor der Zulassung lieferten keinerlei Hinweise darauf, dass die Impfstoffe das Auftreten von Unfruchtbarkeit fördern. In der Zulassungsstudie von Biontech wurden sowohl Frauen in der Kontrollgruppe (11) und bei den Geimpften  (12) im Nachbeobachtungszeitraums von zwei Monaten schwanger.

Bestätigt wird dies durch eine Studie aus Israel, die im Mai 2021 im Fachmagazin Reproductive Biology and Endocrinology publiziert wurde. Analysiert wurden für die Studie Daten von 36 Paaren, die sich impfen ließen, während sie eine Behandlung für eine künstliche Befruchtung durchliefen. Sowohl die Qualität als auch die Anzahl der Eizellen und Spermien war bei den Probanden vor und nach der Impfung nahezu identisch.

Spiegel des Anti-Müller-Hormons

Eine weitere Studie aus Israel aus dem Dezember 2021 mit 129 vollständig mit Biontech geimpften Frauen kommt ebenfalls zu dem Ergebnis, dass die Impfung die Fruchtbarkeit nicht beeinflusst. Laut der Publikation im Fachmagazin Human Reproduction untersuchten die Wissenschaftler des Schiba-Krankenhauses bei Tel den Spiegel des Anti-Müller-Hormons. Dieses zeigt, wie viele Eizellen  eine Frau produziert. Auch hier kam es durch die Impfungen zu keiner Veränderung.

Auch Männer müssen sich laut einer Publikation von Forschern der niversity of Miami im Fachmagazin JAMA keine Sorgen darüber machen, dass die Impfung ihrer Zeugungsfähigkeit beeinflusst. In der Studie waren die Spermien der 45 Männer zwischen 18 und 50 Jahren vor und nach der vollständigen Impfung mit zwei Dosen eines mRNA-Impfstoffs gleich fit.

Insgesamt zeigt die Studienlage somit deutlich, dass keine Hinweise darauf existieren, dass die zugelassenen Impfstoffe die Fruchtbarkeit von Frauen oder Männern beeinflussen.

Reproductive Biology and Endocrinology, doi: 10.1186/s12958-021-00757-6

Human Reproduction, doi: 10.1093/humrep/deab282

JAMA, doi: 10.1001/jama.2021.9976

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