Arbeit verlängert das Leben

Später Pensionsantritt erhöht Lebenserwartung

von D. Lenz

Wer lange arbeitet lebt auch länger - so das Ergebnis einer Studie aus den USA. Das Verschieben des Pensionseintritts hatte für die Studienteilnehmer einen positiven Einfluss auf ihre Lebenserwartung: Mit jedem zusätzlichen Jahr sinkt das Risiko eines vorzeitigen Ablebens um elf Prozent. Ist die Annahme, dass Aktivität jung erhält, damit bestätigt?

Corvallis (U.S.A.). Unsere Lebenserwartung wird von Jahr zu Jahr höher. Die Gründe, die dafür ausschlaggebend sind, sind allerdings noch nicht restlos geklärt. Fest steht, dass das genetische Erbe und der Lebensstil gleichermaßen verantwortlich sind. Viele Fragen rund um die Effekte von Stil und Art der Lebensführung sind jedoch noch unbeleuchtet.

Welche Auswirkung hat der Rentenantritt?

Einen markanten Lebensabschnitt haben Chenkai Wu und seine Kollegen von der Oregon State University in Corvallis nun näher betrachtet: den Übergang von aktiver Erwerbsarbeit in den Ruhestand. Die Forschergruppe stellte sich die Frage, ob der Zeitpunkt des Pensionseintritts eine Auswirkung auf die Lebenserwartung hat: "Pensionierung ist ein wichtiger Übergangs-Prozess im späten Leben", so die Forscher. Auf der Basis der Daten der groß angelegten Untersuchung wurde bei 2.956 US-Bürgern der Zusammenhang von Rentenantritt und Sterblichkeit in den Blick genommen.

Bei der Auswertung wurden mehrere Einfluss-Faktoren kontrolliert, um die Zuverlässigkeit der Ergebnisse zu erhöhen und eine Verzerrung auszuschließen. Sowohl der Gesundheitszustand zum Zeitpunkt der Pensionierung als auch sozio-demographische Effekte wie Einkommen wurden im Studiendesign berücksichtigt.

Lange Arbeit - Langes Leben

Die Schlussfolgerung aus den Daten ist ebenso überraschend wie klar: Ein längeres Arbeitsleben erhöht die Lebenserwartung. "Unter den gesunden Pensionisten hängt ein Jahr mehr im Lebensalter bei Pensionseintritt zusammen mit einem elf Prozent geringeren Sterblichkeits-Risiko", erklären die Studienautoren. Die Ergebnisse in der Gruppe der nicht-gesunden Pensionisten sind vergleichbar. Keiner der sozio-demographischen Faktoren hatte einen erkennbaren Einfluss auf den Zusammenhang von Alter-bei-Pensionsantritt und Lebenserwartung.

Die Forschung ist an diesem Punkt jedoch erst am Anfang. Die Zusammenhänge von Arbeit und Lebenserwartung sind nur zu einem kleinen Teil erforscht. Stawski: "Wir wissen noch nicht alles über die Lebensweisen, die Gesundheit und das Wohlergehen der Menschen im Ruhestand, das einen Einfluss auf die Lebenserwartung hat." Die Studie bekräftigt zumindest die Annahme, dass eine aktive Lebensweise auch eine lebensverlängernde Wirkung hat. Wer aktiver lebt, arbeitet länger und geht später in Pension.

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