Neue Parkinson-Therapie

Schrittmacher für das Gehirn hilft Parkinson-Patienten

D. Lenz

Für Parkinson-Patienten gibt ein Hirnschrittmacher neue Hoffnung. Für viele Patienten hilft die Hirnstimulation jetzt schon besser als eine Therapie mit Medikamenten.

Zu Beginn der Parkinson-Krankheit helfen noch Medikamente um das unkontrollierte Zittern vollständig zu unterdrücken. "In den ersten drei bis fünf Jahren bieten Medikamente vielen Patienten fast vollständige Symptomfreiheit", erklärt Lars Timmermann von der Uniklinik Köln. Problematisch wird es, wenn die Medikamente nicht mehr alle Symptome unterdrücken können.

In einer deutsch-französische Studie, unter Leitung von Günther Deuschl vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel, belegt, dass die tiefe Hirnstimulation, oftmals auch als Hirnschrittmacher bezeichnet, die Lebensqualität bestimmter Parkinson-Patienten bereits am dem vierten Jahr der Erkrankung erheblich verbessern kann. Bei Menschen die zwischen vier und zehn Jahren unter Parkinson leiden hilft die Hirnstimulation besser als eine Arzneitherapie.

In der neuen Studie prüfen forschende Mediziner, ob das Verfahren der Hirnstimulation bereits bei Patienten hilft, bei denen die Medikamente nicht mehr alle Symptome unterdrücken können. An der Studie nahmen insgesamt 251 deutsche und französische Parkinson-Patienten mit einem Durchschnittsalter von 52 Jahren teil. Im Schnitt litten die Patienten seit etwa sieben Jahren unter der Parkinson-Krankheit. Die Medikamente verloren nach 1,7 Jahren ihre Wirkung gegen das unkontrollierte Zittern. Die Hälfte der Patienten wurden weiterhin mit Medikamenten behandelt, die andere Hälfte erhielt zusätzlich die tiefe Hirnstimulation (THS).

"Die stimulierten Patienten erlebten eine Verbesserung in ganz wesentlichen Lebensbereichen", sagt Deuschl. "Sie waren mobiler und fühlten sich besser, viele konnten am sozialen Leben teilhaben und wieder arbeiten." Unterm Strich verbesserte sich die Lebensqualität der zusätzlich mit THS behandelten Patienten um 26 Prozent. Die Medikamentendosis reduzierte sich um 39 Prozent, während sie in der Vergleichsgruppe um 21 Prozent stieg. "Eine so dramatische Verbesserung hatte ich nicht erwartet", sagt Deuschl überrascht.

Der Eingriff birgt allerdings beträchtliche Risiken. Bei den in der Studie durchgeführten Operationen traten bei 22 der 124 operierten Patienten ernsthafte Komplikationen während der Operationen auf.

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