Demenz-Studie

Rätsel verlangsamen nachweislich Gedächtnisverlust

Dennis L.

Kreuzworträtsel und Quizspiele helfen nachweislich Gedächtnisverlust zu verlangsamen. )kcotS ebodArameruaeleipsziuQ dnu -lestäR(Foto: © 
Auf den Punkt gebracht
  • Kreuzworträtsel und Quizspiele verlangsamen Gedächtnisverlust
  • Spezielle Gedächtnisspiele schnitten in der Studie weniger gut ab
  • Vertrautheit hat Einfluss auf das individuelle Ergebnis

Das Kreuzworträtsel ist nicht nur eine unterhaltsame Freizeitbeschäftigung – es kann auch dabei helfen, demenzbedingten Gedächtnisverlusten im Gehirn vorzubeugen. Forscher haben herausgefunden, dass regelmäßiges Rätseln tatsächlich dazu beitragen kann, den geistigen Abbau im Alter zu verlangsamen.

New York (U.S.A.). Mit zunehmendem Alter lässt die Gedächtnisleistung unseres Gehirns naturgemäß nach. Ältere Menschen können sich an kleine Details nicht mehr so gut erinnern und sie haben es schwerer, Neues zu behalten. In einigen Fällen hat solche Vergesslichkeit im Alter die Möglichkeit, sich in eine Demenzerkrankung wie Alzheimer zu verwandeln. Gehirne von Demenz-Patienten nehmen schnell an Zerbrechlichkeit zu. Sie können schließlich Schwierigkeiten beim Sprechen haben, ihre motorischen Fähigkeiten verlieren und manchmal sogar nahe stehende Personen vergessen.

Rätsel und Quizspiele besser als spezielle Gedächtnisspiele

Jetzt zeigt sich, dass der Verlauf einer Demenz sowohl in frühen als auch in späteren Stadien durch ein simples Gehirnjogging zumindest verlangsamt werden kann. Kreuzworträtsel und das Lösen von Quizfragen eignen sich besonders gut, um den geistigen Abbau zu verlangsamen. In einer Studie haben Wissenschaftler untersucht, wie ältere Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung den geistigen Abbau verlangsamen können. Die Forschende unterteilten dafür ihre im Schnitt 71 Jahre alten Studienteilnehmer in zwei Gruppen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Studie bearbeiteten intensiv drei Monate lang Kreuzworträtsel im Internet – teils mit Kreuzworträtsel Hilfe und beantworteten Quizfragen, die andere Gruppe spielte speziell für das kognitive Training ausgelegte Videospiele. In diesen bearbeiteten sie Aufgaben, die beispielsweise ihr Gedächtnis, ihre Zuordnungsfähigkeit oder Verarbeitungsgeschwindigkeit forderten. Nachdem die drei Monate vergangen waren, gab es immer wieder Auffrischungssitzungen, wodurch die Studie insgesamt über 78 Wochen lief.

Die Forscher beurteilten mehrmals die geistigen Fähigkeiten der "Gamer" und Knobler mittels des ADAS-Cog, einer 70-Punkte-Skala, die die Intensität der kognitiven Beeinträchtigung angibt. Zusätzlich wurden körperliche Untersuchungen durchgeführt, darunter auch MRTs, mit denen das Volumen des Hippocampus bestimmt wurde. Diese Hirnregion ist verantwortlich für das Gedächtnis und das Lernen.

Vertrautheit hat Einfluss auf das individuelle Ergebnis

Es könnte sein, dass das Training am besten bei der Demenz-Verlangsamung hilft, je nachdem, was den Personen persönlich vertrauter ist. Es ist möglich, dass Spiele bei kognitiv intakten Personen besser wirken, insbesondere bei jungen Erwachsenen, die mit Spielen vertraut sind. Aber Kreuzworträtsel und Quizspiele könnten älteren Menschen mit kognitiver Einschränkung überlegener sein.

Die Autoren betonen, dass obgleich die Ergebnisse ermutigend seien, diese noch weiter untersucht werden müssen. Zu diesem Zweck muss eine Studie durchgeführt werden, die größer angelegt ist und eine Kontrollgruppe beinhaltet, die sich mit weder Kreuzworträtseln, Quizfragen noch Videospielen beschäftigt. Wenn die Resultate in zukünftigen Studien wiederholt und erweitert werden, könnte das Kreuzworträtseltraining oder Quizspiele ein skalierbares, Mittel zur Steigerung der kognitiven Fähigkeiten werden, so Devanand und Kollegen.

NEJM Evidence; doi: 10.1056/EVIDoa2200121

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