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Schmerztherapie

Radiofrequenztherapie hilft effektiv beim Bandscheibenvorfall

Eine italienische Studie zeigt, dass mit Hilfe der Radiofrequenztherapie Schmerzen bei Bandscheibenvorfällen effektiv und nachhaltig gelindert werden können.

Rom (Italien). Deutschland erleiden jährlich etwa 180.000 Menschen einen Bandscheibenvorfall. 70.000 bis 80.000 der Patienten werden deswegen sogar operiert. Wie eine neue Studie nun zeigt, könnte die sogenannte Radiofrequenztherapie in Zukunft die Schmerzen der Patienten lindern. Der nachhaltige Erfolg dieser Therapie spricht für sich.

Nach einem Bandscheibenvorfall versuchen Mediziner zuerst mit Hilfe der gängigen Schmerzbehandlung das Leiden der Patienten zu lindern. Schlägt die Schmerzbehandlung jedoch nicht an oder liefert nicht den gewünschten Erfolg, profitieren die meisten Patienten von der sogenannten Radiofrequenztherapie. Dieser kurze minimalinvasive Eingriff unterstützt die Standardtherapie und selbst ein Jahr nach der Behandlung geht es fast allen Patienten deutlich besser.

Hilfe beim Bandscheibenvorfall

Für ihre aktuelle Studie haben italienischer Mediziner rund 250 Patienten mit Bandscheibenvorfällen untersucht und behandelt, wie diese auf der Jahrestagung der Radiological Society of North America in Chicago berichteten. Der größte Vorteil der neuen Behandlungsmethode bei Bandscheibenvorfällen liege demnach in der Sicherheit für den Patienten und in dem nachhaltigen Resultat des Eingriffs. „Die Radiofrequenzimpulse erzeugen eine Nervenmodulation und reduzieren so die Entzündungsprozesse und die damit verbundenen Symptome“, erklärt Alessandro Napoli von der Sapienza Universität in Rom.

Bei gängigen Therapien gegen die Schmerzen durch einen Bandscheibenvorfall werden in den meisten Fällen Schmerzmittel verschrieben oder der Patient erhält eine Injektion von Corticoiden. Lindern diese Therapien die Schmerzen im Rücken nicht, so kommt oftmals nur noch eine Operation in Frage. Im Extremfall wird hier die betroffene Bandscheibe entfernt, wodurch der darüber und darunter sitzende Wirbel versteift wird.

„Von den möglichen Therapien zur Behandlung von Bandscheibenvorfällen ist die Radiofrequenztherapie eine der am wenigsten invasiven“, betont Napoli. „Die Behandlung der Bandscheibe dauert weniger als zehn Minuten und bei den meisten Patienten ist eine Sitzung völlig ausreichend.“ Für die Behandlung der Bandscheibe wird dazu eine spezielle Sonde nahe der Nervenenden gebracht, welche die Schmerzen verursachen. Der gesamte Eingriff geschieht während einer Computertomographie, damit die Mediziner jederzeit genau sehen können, wo sich die Sonde genau befindet.

Rund 95 Prozent der Patienten waren schmerzfrei

Für ihre Studie haben die Mediziner um Napoli 128 Patienten mit einem Bandscheibenvorfall, bei denen die normale Schmerztherapie nicht angeschlagen hat, mit einer Injektion von Corticoid und einer anschließenden zehnminütigen Radiofrequenztherapie behandelt. Die Kontrollgruppe von 120 Patienten erhielt hingegen nur die Injektion. Es zeigte sich, dass selbst ein Jahr nach der Behandlung 95 Prozent der Patienten, die mit der Radiofrequenztherapie behandelt wurden, sich wieder vollständig erholt und schmerzfrei fühlten. Bei den Patienten, die nur die Corticoid-Injektion erhielten, waren es lediglich 61 Prozent.

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