Schmerzfreie Behandlung

Radioaktive Paste heilt weißen Hautkrebs

Robert Klatt

Radioaktive Paste gegen weißen Hautkrebs )kcotsoR nizideminU(Foto: © 
Auf den Punkt gebracht
  • In einer klinischen Studie wurde Menschen mit weißem Hautkrebs mit einer radioaktiven Paste erfolgreich behandelt
  • Für die schmerzfreie Behandlung wird das Medikament auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen. In den Folgewochen werden die Tumorzellen durch die Strahlung punktgenau abgetötet
  • Leider funktioniert die Behandlung nur bei Hautkrebs in einem frühen Stadium

Eine schmerzfreie Therapie mit radioaktiver Paste kann weißen Hautkrebs mit nur einer lokalen Behandlung heilen.

Rostock (Deutschland). Wissenschaftler der Universität Rostock haben im Rahmen einer deutschlandweit einmaligen Studie Menschen mit weißem Hautkrebs mit einer radioaktiven Paste behandelt. An der Studie nahmen 22 Patienten teil, von denen ein Großteil langfristig geheilt werden konnte. „Die Ergebnisse sind toll: Alle teilnehmenden Patienten zeigten ein Ansprechen und die meisten waren langfristig geheilt“, erklärt Prof. Dr. Steffen Emmert, Direktor der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie.

Zu den Probanden der klinischen Studie gehörte unter anderem Rainer Schnabel (73), der wahrscheinlich durch intensives Sonnenbaden an Hautkrebs erkrankt ist. „Ich hatte den Sonnenbrand meines Lebens und lag mehrere Tage im Bett“, berichtet Schnabel. In den Folgejahren bildete sich bei Schnabel auf den geschädigten Hautpartien der Stirn, den Händen und am Bauch weißer Hautkrebs, der nun mit der radioaktiven Paste geheilt werden konnte. Normalerweise hätten Ärzte die betroffene Haut in mehreren Operationen entfernen müssen. Dank der neuen Behandlungsmethode ist dem Patienten dies erspart geblieben.

Schmerzfreie Behandlung von Hautkrebs

Die schmerzfreie Behandlung mit dem radioaktiven Medikament erfolgt mithilfe eines speziellen Geräts, mit dem ein Nuklearmediziner die gräuliche, unscheinbar wirkende Paste auf die betroffenen Hautstellen aufträgt. Damit die gesunde Haut nicht belastet wird, wird diese zuvor mit Folio abgeklebt. „Mit dieser lokalen Bestrahlung von außen mit einem Radionuklid werden die Tumorzellen punktgenau abgetötet und die gesunde Haut wird nicht in Mitleidenschaft gezogen“, erklärt Prof. Dr. Bernd Krause, Direktor der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin.

Nach etwa zwei Stunden kann die Paste von der Haut entfernt werden. Laut Emmert „reicht eine einmalige ambulante Anwendung – nicht invasiv und ohne erneute Vorstellung z.B. zum Fadenzug. Der Patient kann direkt im Anschluss nach Hause gehen“. In den Wochen nach der Behandlung entzündet sich die Haut und die Strahlung tötet die Krebszellen. Nachdem die Entzündung aufhört, kommt das normale Hautbild zurück und der Krebs ist verschwunden.

Behandlung nur in frühen Stadien

Die Behandlung mit der radioaktiven Paste ist jedoch nur möglich, wenn der weiße Hautkrebs in einem frühen Stadium erkannt wird und noch sehr klein ist. Er darf maximal drei Millimeter in die Haut eindringen. „Die Therapie ist insbesondere für die Patienten geeignet, bei denen sich der Hautkrebs an schwer zugänglichen Körperstellen befindet und dadurch nur schwer zu entfernen ist, beispielsweise an Ohr, Nase, in Falten und im Kopfbereich“, erklärt Dr. Julia Tietze, Leiterin des Hautkrebszentrums.

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