Pilotstudie

Quizspiele helfen Menschen mit Demenz

Dennis L.

Eine Pilotstudie zeigt, dass Quizspiele und Rätsel gut für das Gedächtnis sind und sogar Demenzkranken helfen können. )moc.hsalpsnucniallaV ordnasselA(Foto: © 

Forscher finden Hinweise, dass einfache Quizspiele und Buchstabenrätsel große positive Auswirkungen für an Demenz erkrankte Personen haben. Anhand einer Pilotstudie in einem Seniorenheim haben die Forscher feststellen können, dass die Quizfragen und Rätsel dabei helfen, das Gedächtnis zu trainieren und zudem die Kommunikation im Heimalltag anregen.

Berlin (Deutschland). Erstmals haben Forscher in einem Berliner Wohnheim in einer Pilotstudie untersucht, ob sich Quizspiele und kleinere Rätsel auf einem Tablet positiv auf an Demenz erkrankte Personen auswirken. So wurde im Auftrag der Stiftung „Zentrum für Qualität in der Pflege“ von Forschern der Berliner Charité untersucht, welche genauen Auswirkungen es hat, wenn an Demenz erkrankte Heimbewohner Zugriff auf ein Tablet haben, auf dem Sie kleine Rätsel lösen oder sich in einem Quiz versuchen können.

Die Forscher fanden während der Pilotstudie schnell Hinweise darauf, dass der neue Zeitvertreib tatsächlich einen positiven Einfluss auf die Heimbewohnerinnen und Heimbewohner hat. So konnten die Quizspiele und Rätsel nicht nur das Gedächtnis trainieren, die neue Technik regte auch die Kommunikation im Heim an, wodurch viele Senioren sich besser in den Heimalltag integrieren konnten. Die Forscher betonen zudem, dass die typischen Verhaltensauffälligkeiten von Demenzkranken, wie Apathie oder innere Unruhe verringert werden konnte.

Tablet-Spiele ideal für Senioren

Die Forscher haben sich für ihre Studie ganz bewusst für Tablet-Computer entschieden, da diese durch ihre leichte Bedienbarkeit und Anwendungsmöglichkeiten punkten. „Unsere ersten Untersuchungsergebnisse zeigen Möglichkeiten auf, wie mit Hilfe von Tablet-Computern das Wohlbefinden von demenzkranken Pflegeheimbewohnern, ihre Selbstständigkeit und soziale Einbindung gestärkt werden und so letztlich auch Pflegekräfte entlastet und der Kontakt zu Angehörigen verbessert werden kann“, erklärt Prof. Dr. phil. Adelheid Kuhlmey, Leiterin des Instituts für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaft der Berliner Charité.

Förderung der kognitiven Fähigkeiten

Die Studienergebnisse deuten zudem darauf hin, dass der Einsatz von Tablets vorhandene, aber nicht mehr genutzte kognitive Fähigkeiten wieder aktivieren konnte. Das moderne Medium hat aber auch seine Schattenseiten. So wurde schnell klar, dass Pflegekräfte immer wieder bei der Bedienung des Tablet helfen mussten. Zudem betonen die Forscher, dass die besten Ergebnisse erzielt werden konnten, wenn die eingesetzten Apps, also die Art der Quizspiele und Rätsel sowie deren Schwierigkeit, stets individuell auf die jeweilige Person abgestimmt werden sollte.

Erwähnenswert ist aber auch, dass die neue Technik keine Berührungsängste bei den Heimbewohnern hervorgerufen hat - im Gegenteil: Die meisten Heimbewohner waren neugierig und wollten das neue Medium gerne ausprobieren.

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