Hautkrankheit

Probiotika können Babys vor Neurodermitis schützen

Dennis L.

Studien zeigen, dass Nahrungsergänzungsmittel mit Probiotika einiges Babys vor der Hautkrankheit Neurodermitis schützen kann. Wie die Forscher in ihrer Studie weiter schreiben, beginnt der Schutz bereits vor der Geburt.

Köln (Deutschland). Neurodermitis zeigt sich durch trockene und gerötete Haut. Permanent kribbeln und jucken die betroffenen Hautstellen und nicht selten kratzen Betroffene so lange an den Hautstellen, bis diese anfangen zu bluten.

Neurodermitis ist bei Säuglingen und Kleinkindern weit verbreitet und kommt bei etwa zwei von zehn Babys vor. In den meisten Fällen leiden bereits die Eltern unter Neurodermitis, wodurch diese die Anfälligkeit für die Hautkrankheit an ihre Kinder weitergeben. Nun zeigen jedoch Studien, dass bestimmte Nahrungszusätze mit Probiotika Babys vor der juckenden Hautkrankheit schützen können.

Mehrere Studien bestätigen die Schutzwirkung

Wie das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in Köln auf ihrem Informationsportal gesundheitsinformation.de schreibt, stützen bereits mehrere Studien zu Probiotika in Säuglingsnahrung bzw. die Einnahme von von Nahrungsergänzungsmittel mit Probiotika während der Schwangerschaft und der Stillzeit die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse zur Schutzwirkung gegen Neurodermitis bei Babys.

In den Studien wurden insgesamt mehr als 6.500 Säuglinge untersucht. Die meisten dieser Babys hatten ein genetisch erhöhtes Neurodermitis-Risiko. Die Auswertungen zeigen, dass bei 34 von 100 Säuglingen, die keine probiotischen Nahrungsmittel erhielten, die Hautkrankheit ausbrach.

Bekamen die Babys hingegen probiotischen Nahrungsmittel oder nahmen bereits die Mütter während der Schwangerschaft Probiotika ein, so entwickelte sich die Neurodermitis nur bei 26 von 100 Babys. Dieser Effekt scheint zwar nicht besonders groß, aber er ist wissenschaftlich messbar.

Probiotika vs. Präbiotika

Bei Probiotika handelt es sich um lebende Keine wie beispielsweise Milchsäurebakterien, von denen die Wissenschaft heute annimmt, dass diese sich positiv auf die Darmflora des Menschen auswirken und so später Allergien vorbeugen.

Bei Präbiotika hingegen handelt es sich um nicht verdauliche Lebensmittelbestandteile, die das Wachstum und die Aktivität der Darmbakterien fördern und das Verdauungssystem anregen sollen, eigenständig Probiotika zu bilden.

Es mangelt an aussagekräftigen Studien zu Präbiotika

Neben den Probiotika-Studien werden auch Studien zu Präbiotika durchgeführt. Hier zeigte sich eine schwächere Schutzwirkung vor Neurodermitis als bei den Probiotika-Studien. Die Experten schreiben, dass auf jeden Fall weitere Studien notwendig sein werden, da in dieser Studienreihe die meisten Säuglinge kein genetisch bedingtes Risiko für eine Neurodermitis hatten und die Studie, anders als bei der Probiotika-Untersuchung, nur ein Jahr anstatt zwei Jahre lief.

Hier zeigte sich, dass zwölf von 100 Säuglingen die Babynahrung ohne Präbiotika erhielten, Neurodermitis entwickelten. Bei Säuglingen die Babymilch mit Präbiotika erhielten waren es hingegen nur acht von 100. Pro- und Präbiotika gibt es als Tabletten, als Flüssigkeit oder es kommt in Milchprodukten wie Joghurt vor.

Schätzungen gehen davon aus, das zwischen zehn und 20 Prozent der Kinder sowie zwischen zwei und drei Prozent der Erwachsenen in Industrieländern unter der chronischen Hautkrankheit leiden. Noch viel öfter leiden Babys unter Hautausschlag, der aber zahlreiche andere Ursachen haben kann. Gegen die meisten typischen Babykrankheiten gibt es einfache und effektive Heilmittel. Neurodermitis hingegen ist bis heute nicht heilbar, jedoch untersuchen Wissenschaftler stets neue Therapiemöglichkeiten und sind auf der Suche nach einem Heilmittel.

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