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Besser als Medikamente

Pizza schützt effektiv vor Herzinfarkten

Mailänder Ärzte rücken mit einer neuen Studie die Pizza in ein ganz neues Licht. So soll Pizza das Herzinfarktrisiko um mehr als die Hälfte senken. Damit wäre die Pizza wirkungsvoller als jedes bisher bekannte Medikament.

Mailand (Italien). Es ist bereits seit vielen jahren bekannt, dass die Menschen am Mittelmeer gesünder leben als die Menschen im restlichen Europa oder den USA. Besonders auffällig ist, dass die Gefahr eines akuten Herzinfarkts signifikant kleiner ist. So erleiden beispielsweise im südfranzösischen Toulouse nur 53 von 100.000 Einwohnern pro Jahr einen Herzinfarkt. Zum Vergleich: Im schottischen Glasgow sind es 332 Einwohner pro Jahr. Die positive Wirkung der südeuropäischen Küche wird vor allem dem reichlichen verzehr von frischem Obst, Knoblauch, Fisch und Olivenöl zugeschrieben. Auch ein gesundes Maß an Rotwein trägt zur Gesundheitsförderung bei.

Forscher hatten bisher keine Erklärung für das sogenannte "französische Paradox". Trotz einer cholesterinreichen Ernähung kommt es bei den Einwohnern in Toulouse nur höchst selten zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Nun sprechen Ernährungswissenschaftlern vom "italienische Rätsel". Die Pizza schnitt bei Ernährungswissenschaftler bisher nicht so gut ab, aber seit der Studie berichtet sogar das European Journal of Clinical Nutrition von der positiven Wirkung der Pizza auf die Gesundheit.

Die italienischen Mediziner haben für ihre Studie 507 Patienten mit Herzinfarkten und 478 Kontrollpatienten ohne Herz-Kreislauf-Erkrankungen nach ihren Ernährungsgewohnheiten befragt. Dabei zeigte sich, dass das Risiko eines Herzinfarkts umso niedriger war, je häufiger die Patienten Pizza gegessen hatten.

So ergab die Auswertung der Befragung, dass bereits bei einem gelegentlichem Pizzagenuss das Herzinfarktrisiko um 22 Prozent fällt. Bei regelmäßigem Konsum sogar um 38 Prozent. Wer zweimal in der Woche (oder sogar noch häufiger) Pizza aß, hatte sogar ein um 56 Prozent veringertes Herzinfarkt-Risiko.

Die Mediziner glaubten zunächst, dass der Pizzakonsum als einer Art Gradmesser für die heute noch typische italienische Ernährung anzusehen sei. Daher berücksichtigten die Forscher bei der weiteren Auswertung der Fragebögen die bereits in der Vergangenheit bewiesenen Nutzeffekte einzelner Pizza-Bestandteile. Doch auch nach der Berücksichtigung dieser Faktoren bliebt der heilsame Effekt von frischer Pizza erhalten.

Professor Jorge Gomez-Aracena von der Universität Malaga vermutet, dass die in der neuen Studie beobachtete Risikoreduktion für Herzinfarkte auf den hohen Gehalt an Lycopenen in der Tomatensauce zurückzuführen ist. So enthält Pizza einen hohen Anteil an hochpotenten Antioxydantien, welchen bereits im Jahr 1997 in mehreren Studien eine hohe Herzschutzwirkung zugewiesen wurde.

Die neue Pizza-Studie bezieht sich im übrigen nicht auf tiefgefrorene Pizza aus dem Supermarkt, welche viele chemische Zusatzstoffe enthält. Die Studie bezieht sich auf Pizza mit selbstgemachtem Pizzateig und frischen unbehandelten Zutaten.

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