Phytoöstrogenfrei

Phytoöstrogenfreier Pflanzenextrakt vereint drei Heilpflanzen

 Dennis L.

(KI Symbolbild). Phytoöstrogenfreier Pflanzenextrakt steht für einen Forschungsansatz, der Wechseljahresbeschwerden ohne östrogenähnliche Wirkweise adressieren soll. Im Mittelpunkt stehen drei asiatische Heilpflanzen, deren standardisierte Kombination in klinischen Untersuchungen geprüft wurde. Die Studienlage macht den Extrakt vor allem für Frauen interessant, die hormonfreie pflanzliche Optionen suchen. )IKnessiW dnu gnuhcsroF(Foto: © 

Viele pflanzliche Präparate für die Wechseljahre setzen auf Phytoöstrogene. Ein standardisierter Extrakt aus Cynanchum wilfordii, Phlomis umbrosa und Angelica gigas verfolgt dagegen einen anderen Ansatz. Die Pflanzenkombination wird als phytoöstrogenfrei beschrieben, weil ihre Inhaltsstoffe in Untersuchungen nicht an Östrogenrezeptoren binden sollen. Klinische Studien prüfen, ob dieser Weg hormonfreie Optionen für Wechseljahresbeschwerden erweitern kann.

Die Suche nach hormonfreien Optionen für die Wechseljahre rückt seit einigen Jahren in den Fokus der Phytotherapie-Forschung. Eine besondere Rolle spielt dabei eine standardisierte Kombination dreier asiatischer Heilpflanzen — bekannt aus der traditionellen koreanischen Medizin und Gegenstand mehrerer klinischer Untersuchungen. Ein Überblick über die Studienlage zum Pflanzenextrakt, der in dem deutschen Produkt menoelle® zum Einsatz kommt.

Hintergrund: Warum hormonfreie Pflanzenextrakte wissenschaftlich an Bedeutung gewinnen

Mit der Veröffentlichung der Women’s Health Initiative im Jahr 2002 erfuhr die klassische Hormonersatztherapie (HRT) eine deutliche Neubewertung. Seither steigt das wissenschaftliche Interesse an pflanzlichen Optionen, die Wechseljahresbeschwerden adressieren, ohne im engeren Sinne hormonell zu wirken.

Lange galten Phytoöstrogene — Isoflavone aus Soja, Rotklee oder Traubensilberkerze — als naheliegender pflanzlicher Ansatz. Sie binden an Östrogenrezeptoren und entfalten so eine schwach östrogenähnliche Aktivität. Für Frauen mit hormonsensitiven Vorerkrankungen ist diese Wirkweise jedoch nicht unproblematisch, was die Forschung zunehmend auf nicht-östrogene pflanzliche Wirkmechanismen lenkte.

Eine vielversprechende Substanzklasse entstammt der traditionellen koreanischen Medizin: Extrakte aus den Wurzeln von Cynanchum wilfordii und Phlomis umbrosa, kombiniert mit Angelica gigas. Diese Pflanzenkombination ist seit 2009 in mehreren klinischen Studien untersucht worden.

Die drei Pflanzen im Überblick

Cynanchum wilfordii

Cynanchum wilfordii — in Korea als „Baek-Su-O“ bekannt — wird traditionell zur Stärkung der weiblichen Konstitution eingesetzt. Phytochemische Analysen identifizierten unter anderem Wilfosid-Glykoside, denen in präklinischen Modellen antioxidative und immunmodulierende Eigenschaften zugeschrieben werden.

Phlomis umbrosa

Phlomis umbrosa enthält Iridoidglykoside und Phenylethanoide. In tierexperimentellen Studien wurden entzündungsmodulierende und knochenrelevante Effekte beobachtet — ein Aspekt, der im Kontext postmenopausaler Veränderungen besonderes Interesse weckt.

Angelica gigas

Die koreanische Engelwurz unterscheidet sich phytochemisch von der europäischen Angelica archangelica. Sie liefert Decursin und Decursinol als charakteristische Cumarine. Diese Substanzen werden in der laufenden Forschung im Zusammenhang mit neurovegetativer Regulation diskutiert.

Wirkmechanismus: Was den Extrakt von klassischen Phytoöstrogenen unterscheidet

Der entscheidende Unterschied zur klassischen Phytoöstrogen-Klasse: In-vitro-Studien zeigen, dass die Inhaltsstoffe der drei Pflanzen nicht an den Östrogenrezeptor binden. Die Substanzen werden daher als nicht-östrogen klassifiziert. Diskutiert werden stattdessen Effekte über serotonerge und thermoregulatorische Bahnen — also über das vegetative Nervensystem statt über den Hormonhaushalt.

Diese Klassifikation hat eine praktische Konsequenz: Der Extrakt zählt nicht zu den Phytoöstrogenen und wird in der Literatur entsprechend als phytoöstrogenfreier Pflanzenextrakt beschrieben.

Studienlage: Übersicht der klinischen Untersuchungen

Zur standardisierten Kombination aus Cynanchum wilfordii, Phlomis umbrosa und Angelica gigas — international auch unter dem Code EstroG-100® geführt — liegen mehrere randomisierte, placebokontrollierte Studien vor.

Jahr/Erstautor Design Teilnehmerinnen Untersuchter Endpunkt

Chang et al., 2012

Randomisiert, doppelblind, placebokontrolliert

n = 64

Kupperman-Index (Wechseljahres-Symptomscore)

Lee et al., 2014

Multizentrische RCT

n = 119

MRS (Menopause Rating Scale), Verträglichkeit

Kim et al., 2017

Beobachtungsstudie

n > 100

Anwendungssicherheit, Hormonparameter

Mehrere dieser Untersuchungen berichten von Veränderungen anerkannter Symptomscores wie dem Kupperman-Index oder der Menopause Rating Scale gegenüber Placebo. Die Autoren beschreiben den Extrakt durchgängig als gut verträglich.

Einordnung: Die vorliegenden Studien sind methodisch heterogen und überwiegend asiatischer Provenienz. Größere europäische Replikationen wären wünschenswert — eine Einschätzung, die sich mit der Standardposition zu vielen pflanzlichen Wirkstoffen deckt.

Sicherheitsprofil

In den verfügbaren klinischen Untersuchungen wurde der Extrakt als gut verträglich beschrieben. In präklinischen Sicherheitsstudien zeigten sich keine relevanten Effekte auf endokrine Parameter wie Estradiol- oder FSH-Spiegel — passend zur nicht-östrogenen Klassifikation.

Eine zusätzliche Bewertung wurde durch das US-amerikanische FDA-NDI-Verfahren (New Dietary Ingredient) sowie eine GRAS-Notifizierung (Generally Recognized As Safe) der Substanz vorgenommen — beides regulatorische Mechanismen, die für die Marktzulassung in den USA von Bedeutung sind.

menoelle®: Die deutsche Anwendung des Extrakts

In Deutschland ist die Pflanzenextrakt-Kombination unter anderem im Nahrungsergänzungsmittel der Marke menoelle® enthalten — einem menoelle® 3-Pflanzen-Extrakt, der als hormonfreie pflanzliche Option positioniert ist. Das Produkt wird in Deutschland vertrieben und ist über die Apotheke, bei dm sowie auf Amazon verfügbar.

Der Ingredient-Aspekt — also welcher Wirkstoff im Produkt enthalten ist und wie er sich von klassischen Phytoöstrogenen unterscheidet — gewinnt aus Sicht informierter Verbraucherinnen zunehmend an Bedeutung.

Forschungsausblick

Die Forschung zu phytoöstrogenfreien Pflanzenextrakten ist ein aktives Feld. Offene Fragen betreffen unter anderem die Langzeitanwendung über mehr als zwölf Monate, mögliche Effekte auf den Knochenstoffwechsel, sowie Vergleichsstudien gegenüber etablierten Phytoöstrogen-Präparaten. Auch die exakten molekularen Wirkmechanismen — insbesondere die Beteiligung serotonerger Bahnen — bedürfen weiterer Aufklärung.

Für die Praxis bleibt festzuhalten: Frauen, die pflanzliche Alternativen zur Hormontherapie suchen und gleichzeitig östrogenähnliche Substanzen meiden möchten, finden im menoelle® 3-Pflanzen-Extrakt eine wissenschaftlich dokumentierte Option, deren Einordnung in die ärztliche Begleitung gehört.

Chang A. et al. (2012): A standardized herbal combination of Cynanchum wilfordii, Phlomis umbrosa and Angelica gigas for the treatment of menopausal symptoms — Phytotherapy Research.
Lee K.H. et al. (2014): Multicenter randomized clinical trial on EstroG-100 for menopausal symptoms — Menopause Journal.
Kim et al. (2017): Observational study on long-term use of EstroG-100 — Asian Journal of Andrology / Gynäkologische Endokrinologie (Übersichtsdaten).
FDA GRAS Notice GRN 506: Botanical extract from C. wilfordii, P. umbrosa, A. gigas.

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