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Hoffnung für Patienten

Neuer Antikörper gegen HIV erfolgreich getestet

Taiwanesische Wissenschaftler haben eine Studie mit dem Antikörper UB-421 durchgeführt, der die Vermehrung des HI-Virus verhindern kann. Die Ergebnisse sind vielversprechend. Sollte auch die noch folgende Langzeitstudie erfolgreich verlaufen, könnte eine neue Therapie das Leben von HIV-Patienten deutlich vereinfachen und antivirale Medikamente mit starken Nebenwirkungen ersetzen.

Taipei (Taiwan). In Deutschland sind etwa 90.000 Menschen mit dem Aids-Erreger infiziert, weltweit sind es etwa 37 Millionen. Antivirale Medikamente können einen Ausbruch der Krankheit zwar bereits unterdrücken und den Betroffenen so ein nahezu normales Leben ermöglichen, allerdings verursachen sie auch deutliche Nebenwirkungen wie chronische Entzündungen. Ein weiteres Problem der aktuell angebotenen antiviralen Medikamente liegt in der Einnahme, die täglich nach einem genauen Zeitplan erfolgen muss und deshalb vielen infizierten Personen schwerfällt.

Wissenschaftler des taiwanesischen Unternehmens United Biopharma haben im Fachmagazin The New England Journal of Medicine eine Studie über einen neuen Antikörper gegen HIV publiziert, der Menschen, die mit dem Aids-Erreger infiziert sind in Zukunft eine einfachere Therapie ermöglichen soll. Der untersuchte Antikörper UB-421 blockiert ein Protein, das der Virus benötigt, um die T-Zellen des Immunsystems infizierter Personen anzugreifen.

Studie mit 29 HIV-Patienten

Die Wissenschaftler rund um Chang Yi Wang haben den Antikörper UB-421 an 29 HIV-Patienten erprobt. 15 der Probanden erhielten den Antikörper für einen Zeitraum von vier Monaten alle zwei Wochen, 14 Probanden für einen Zeitraum von zwei Monaten wöchentlich und in einer geringeren Dosis. Die normalerweise verabreichten antiviralen Medikamente wurden bei beiden Gruppen für den Zeitraum der Studie abgesetzt.

Die Ergebnisse beider Gruppen waren positiv und die Virenbelastung bliebt auf einem niedrigen Niveau. Der Antikörper UB-421 ist also in der Lage, die Vermehrung des HI-Virus im Körper zu unterdrücken. Da UB-421 im Gegensatz zu anderen Antikörpern den Virus nicht direkt angreift, sondern nur ein Protein blockiert, konnte während der Studie keine Anpassung des Virus, die sich in einer Resistenzentwicklung äußern würde, festgestellt werden.

Weitere Studien nötig

Bevor ein Medikament aus dem Antikörper hergestellt werden kann sind noch weitere Studien nötig, in denen die Langzeitwirkung untersucht wird. Sollten auch die Langzeitstudien positiv verlaufen und das Mittel als sicher eingestuft werden, würde dies für HIV-Patienten einen deutlichen Gewinn an Lebensqualität bedeuten, da statt einer täglichen Medikamenteneinnahme nur noch wöchentlich oder sogar alle zwei Wochen eine Dosis des Antikörpers nötig wäre.

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