Von: Dennis L.
Gesunder Schlaf

Licht in der Nacht verursacht Depressionen

Forscher finden heraus, dass Depressionen, auch ohne Schlafstörungen und bei intakter innerer Uhr, durch Helligkeit in der Nacht entstehen. So verursacht künstliches Licht in der Nacht nicht nur die Stimmung, sondern auch die Lernleistung.

Nachtlichter können Depressionen verursachen.
© Sgagnon / wikipedia.org

Baltimore (U.S.A.). Amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass nicht nur zu wenig Licht, wie beispielsweise bei einer Winterdepression, sondern auch zu viel Licht Depressionen verursacht. Grundlage der Studie sind Versuche mit Mäusen, bei denen ein künstlicher Eingriff in den Hell-Dunkel-Wechsel Depressionen verursachte.

Die Ursache dafür liegt in der Aktivierung spezieller Lichtsinneszellen im Auge. Diese sind im Normalfall nur am Tag aktiv, werden aber bei Beleuchtung in der Nacht ebenfalls aktiviert. Wie die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Nature berichten, besteht auch beim Menschen die Gefahr, dass durch zu viel Licht zu später Stunde Depressionen verursacht werden können, welche starke Stimungsschwankungen, Desinteresse und die kognitive Hirnleistungen zu schwächen.

Samer Hattar von der Johns Hopkins University in Baltimore Empfehlung: "Wir brauchen in der Nacht nicht auf Licht verzichten, aber es ist empfehlenswert weniger Lampen zu nutzen oder auf gedimmtes Licht zu setzen". So reichen geringe Lichtintensitäten nicht aus um die bestimmten Ganglienzellen in der Netzhaut zu aktivieren. Die Untersuchen haben gezeigt, dass die am Sehprozess nicht beteiligten Lichtsinneszellen Signale aussenden, welche die Stimmung und die Leistungsfähigkeit negativ beeinflussen. Zellen die das lichtabsorbierende Pigment Melanopsin enthalten kommen nicht nur bei Mäusen, sondern auch beim Menschen vor. Aus diesem Grund ist sich Hattar sicher, dass sich die Ergebnisse aus den Mäuseversuchen auf den Menschen übertragen lassen.

Für den Versuch hielten die Wissenschaftler die Mäuse in einem Raum, der in der Nacht 3,5 Stunden lang beleuchtet war. Dabei veränderte das Licht nicht das Schlafverhalten oder bestimmte Aktivitätsrhythmen im Tagesverlauf, wie es bei anderen Mäusen, welche einem Lichtrhythmen von 12 Stunden ausgesetzt wurden. Bei den Mäusen mit der nächtlichen Störung durch eine Lichtquelle schwankte das Stresshormon Corticosteron weiterhin im normalen Rhythmus, jedoch waren die Grundwerte des Hormons deutlich erhöht. Dies zeigte sich auch im Verhalten der Tiere: Sie waren weniger aktiv, fanden kaum Interesse an neuen Objekten und reagierten träger auf angebotene Zuckerspeisen. Zudem erzielten die Mäuse wesentlich schlechte Ergebnisse in verschiedenen Gedächtnis- und Lerntests.

Eine Behandlung mit dem Antidepressivum Fluoxetin oder Desipramin neutralisierte das depressive Verhalten und die gesunkene Lernleistung wieder. Die Forscher gehen davon aus, dass das Licht in der Nacht erst Depressionen auslöste, welche dann die kognitiven Fähigkeiten der Mäuse verschlechterten.

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