Zoonose

Labor als Covid-19-Quelle laut WHO „extrem unwahrscheinlich“

Robert Klatt

Laut einer Untersuchung der WHO im chinesischen Wuhan ist ein Laborunfall als Quelle von SARS-CoV-2 „extrem unwahrscheinlich“.

Genf (Schweiz). Ein Team unabhängiger Wissenschaftler der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat gemeinsam mit lokalen Experten in China am 14. Januar 2021 mit der Suche nach dem Ursprung von SARS-CoV-2 begonnen. Laut den nun veröffentlichten Ergebnissen der Expertenmission ist die These, dass das Virus in einem Labor entwickelt wurde und durch einen Unfall in die Umwelt gelangte „extrem unwahrscheinlich“.

Als „wahrscheinlich bis sehr wahrscheinlich“ nennt die WHO hingegen, dass das Virus sich in Fledermäusen entwickelt hat und über ein anderes Tier auf den Menschen übergegangen ist. Aufgrund der noch vielen offenen Fragen hält das Expertenteam weitere Studien, die alle Möglichkeiten, außer die nun als unwahrscheinlich eingestufte Laborthese, näher untersuchen, für sinnvoll.

Vier Szenarien möglich

Untersucht wurden durch die WHO in China vier mögliche Szenarien. Am unwahrscheinlichsten ist demnach der Ursprung des Virus in einem Labor. Ebenfalls unwahrscheinlich ist die Übertragung über gefrorene oder gekühlte Nahrungsmittel. Diese Quelle nannte zuvor die chinesische Regierung häufig. Laut offiziellen Medienberichten des Landes soll SARS-CoV-2 demnach über kontaminierte Lebensmittel aus dem Ausland nach China gekommen sein.

Eine direkte Übertragung von Fledermäusen auf den Menschen sieht die WHO als „wahrscheinlich“, jedoch nicht als „wahrscheinlich bis sehr wahrscheinlich“ wie die Übertragung über eine zweite Tierart, die sich zuvor mit dem Virus bei Fledermäusen infizierte.

Untersuchung blockiert

Aufgrund der politischen Brisanz der Untersuchung, deren Ergebnis möglicherweise bedeutet hätte, dass China international als Schuld an der Pandemie gilt, haben chinesische Behörden anfangs versucht die Untersuchung zu blockieren. Gefordert wurden mit Hinweis auf Virusspuren auf Tiefkühlwaren ähnliche Untersuchungen in weiteren Ländern. „Während sich die Zeitachse der ersten Fälle beständig zurückbewegt, könnte die Suche nach den Ursprüngen mehr und mehr Länder und Regionen umfassen“, erklärt Zhao Lijian, Außenamtssprecher von China.

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