BNT162b2 und mRNA-1273

Kritische Nebenwirkungen nach Covid-19-Impfung selten

Robert Klatt

Die Covid-19-Impfstoffe BNT162b2 von Biontech/Pfizer und mRNA-1273 von Moderna verursachen nur selten kritische Nebenwirkungen. Todesfälle konnten nicht auf die Impfungen zurückgeführt werden.

Atlanta (U.S.A.). In den U.S.A. wurden die Covid-19-Impfstoffe BNT162b2 von Biontech/Pfizer und mRNA-1273 von Moderna im Dezember 2020 zugelassen, mit denen bis zum 13. Januar 2021 insgesamt 13,8 Millionen Menschen zu etwa gleichen geimpft wurden. Wissenschaftler des 1CDC COVID-19 Response Team haben im Fachmagazin Morbidity and Mortality Weekly Report nun eine Studie zu den Nebenwirkungen der bis zum 13. Januar 2021 erfolgten Impfungen veröffentlicht.

Aufgrund des kurzen Dosierungsintervalls von BNT162b2 von nur 21 Tagen, hatte am 13. Januar 2021 bereits ein Drittel die zweite Dosis erhalten. Bei mRNA-1273 gab es bis zum Stichtag aufgrund der etwas späteren Zulassung des Impfstoffs und des längeren Dosierungsintervalls von 28 Tagen noch keine Person, die die zweite Dosis erhalten hatte.

Beobachtung der Nebenwirkungen per App

1,6 Millionen der 13,8 Millionen Geimpften hat die Smartphone-App „V-Safe“ des Centers for Disease Control and Prevention (CDC) installiert und mindestens einmal genutzt. Die App wurde konzipiert, um eventuelle Nebenwirkungen bei Geimpften dokumentieren zu können. Das Alter der Nutzer der App lag im Mittel bei 46 Jahren.

70,9 Prozent der Nutzer klagte über Schmerzen an der Injektionsstelle, 10,8 Prozent über eine leichte Schwellung. Unterschiede zwischen den beiden Impfstoffen gab es hierbei kaum. Bei BNT162b2 stieg die Rate der Menschen mit Nebenwirkungen durch die zweite Dosis von 72,9 Prozent auf 79,3 Prozent. Schwellungen nahmen durch die zweite Dosis von 6,2 Prozent auf 8,6 Prozent zu.

Allgemeinsymptome aus klinischen Studien bekannt

Bei den sogenannten Allgemeinsymptomen kam es bei beiden Impfungen am häufigsten zu Abgeschlagenheit (33,5 %), Kopfschmerzen (29,5 %) und Muskelschmerzen (22,9 %) vor Schüttelfrost (11,6 %), Fieber (11,4 %), Gelenkschmerzen (10,4 %) und Übelkeit (8,9 %).

Nach der zweiten BNT162b2 Dosis nahmen diese deutlich zu. Dokumentiert wurden bei der Abgeschlagenheit (53,5 %). Auch die übrigen Symptome wie Kopfschmerzen (43,4 %), Muskelschmerzen (47,2 %), Schüttelfrost (30,6 %), Fieber (29,2 %), Gelenkschmerzen (23,5 %) und Übelkeit (14,0 %) traten im Vergleich zur ersten Dosis deutlich häufiger auf.

Vaccine Adverse Event Reporting System (VAERS)

Kritische Komplikation gab es laut dem Vaccine Adverse Event Reporting System (VAERS), das die FDA seit 1990 nutzt, um Daten zu Impfreaktionen zu erfassen, hingegen nur selten. Im ersten Monat gab es 6.994 Meldungen, von denen die Experten 640 als ernsthaft einstufen.

Es waren darunter 113 Todesfälle, von denen 78 auf Bewohner von Pflegeheimen entfielen. 42 der 78 Todesfälle entfielen auf Menschen, die in einem Hospiz untergebracht waren oder Schwerkranke, bei denen ein Dokument vorlag, dass den Verzicht auf zur Wiederbelebung anordnete.

Die übrigen Todesfälle wurden auf einen Zusammenhang mit der Covid-19-Impfung geprüft. Zum Ende des Datenerfassungszeitraums der Studie lagen 17 Todesbescheinigungen (22,0 %) vor. Die Todesfälle traten in diesen Fällen 0 bis 20 Tage nach der Impfung auf, im Median waren es 2 Tage. Als Todesursachen wurden Herzerkrankungen, Demenz, Lungenentzündung und eine allgemeine Schwäche ermittelt, die laut den Untersuchungen nicht im Zusammenhang mit der Impfung standen.

62 Anaphylaxien

Außerdem kam es laut den Studiendaten zu 62 Anaphylaxien, von denen 46 nach einer Impfung mit BNT162b2 und 16 nach einer Impfung mit mRNA-1273 auftraten. Die Inzident liegt laut den bisherigen Daten bei 4,5 auf eine Million Impfdosen. Sie ist damit höher auf bei der Grippeimpfung mit inaktiven Viren (1,4 pro Million), aber niedriger als bei der Herpes-Zoster-Impfung mit Lebendviren (9,6 pro Million).

In der Medizin gelten Anaphylaxien als in der Regel harmlos, wenn sie erkannt und behandelt werden. Die sonstigen Nebenwirkungen der Impfungen verschwinden bei den meisten Menschen nach ein bis zwei Tagen automatisch und benötigen keine Behandlung.

Morbidity and Mortality Weekly Report, doi: 10.15585/mmwr.mm7008e3external icon.

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