Abbrüche und wenig Probanden

Klinische Studien zu Covid-19 in Deutschland oft erfolglos

Robert Klatt

In Deutschland wurden lediglich 14 von 65 klinischen Covid-19-Studien erfolgreich abgeschlossen.

Basel (Schweiz). Klinische Studien gehören in der Wissenschaft zu den besten Möglichkeiten, um die Wirksamkeit von Behandlungsmethoden bei neuen Krankheiten zu untersuchen und um Wissen über diese aufzubauen. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass das Auftreten von SARS-CoV-2 und der daraus resultierenden Covid-19-Pandemie weltweit zu kontrollierten Studien mit Patienten geführt hat.

Wissenschaftler vom Department of Clinical Research des Universitätsspitals Basel und des Berlin Institute of Health haben deshalb 3.000 Studien aus dem Jahr 2020 auf ihre Durchführung und die dabei gewonnenen Ergebnisse untersucht. Analysiert wurden auch 65 Studien, die in Deutschland oder unter deutscher Beteiligung durchgeführt wurden.

14 von 65 Studien erfolgreich abgeschlossen

Laut ihrer Publikation im Fachmagazin F1000Research wurden lediglich 14 der 65 Studien beendet. 11 der 65 geplanten Studien starteten gar nicht. Untersucht werden sollten in diesen Studien neue Therapieformen oder Impfstoffe gegen Covid-19. Studien, die sich mit nicht-pharmakologischen Fragen beschäftigt hatten, wurde in die Analyse nicht miteinbezogen.

Geringe Probandenanzahl

Neben der geringen Erfolgsquote kritisieren die Wissenschaftler die oft kleine Anzahl an Probanden, die bei den deutschen Studien im Mittel nur bei 15 lag. Das bei der Studienplanung angepeilte Ziel waren im Mittel 106 Probanden. Wieso die Probandenanzahl so stark unterschritten wurde, erklärt die Analyse nicht. Eigentlich sollte die Wissenschaft aber bei bisher mehr als 4,1 Millionen infizierten Menschen mehr als genug Probanden gewinnen können.

F1000Research, doi: 10.12688/f1000research.55541.1

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