Endometriose

Jede zehnte Frau leidet an Schmerzen im Unterleib

D. Lenz

Viele Frauen haben ständige Beschwerden im Unterleib. Eine Ursache dafür könnte Endometriose sein, doch die Behandlung dieser Erkrankung hat ihre Grenzen.

(Deutschland). Oft fängt es mit Schmerzen im Unterbauch an. Starke Krämpfe und Ziehen, dass erstmals während der Periode auftritt. Diese Unterleibschmerzen können immer häufiger auftreten, unabhängig von der Periode. Oftmals wird dann durch den Arzt Endometriose, eine chronischen Erkrankung, diagnostiziert. Endometriose wird durch Zellen der Gebärmutterschleimhaut verursacht, die sich außerhalb der Gebärmutter ansiedeln. Wie die Zellen dort hin gelangen, ist bisher noch nicht ausreichend erforscht.

Die Anti-Baby-Pille kann durch die Hormongaben die Schmerzen lindern. Zudem lässt sich das schmerzende Gewebe operativ entfernen. Doch bei einigen Frauen verschwinden selbst dann nicht die Schmerzen. An diesem Punkt ist die Medizin am Ende und die Frauen müssen mit den Schmerzen leben.

Etwa jede zehnte Frau im gebärfähigen Alter leidet unter Endometriose, schätzt die Stiftung Endometriose-Forschung. Die Dunkelziffer ist weit aus höher, denn die Symptome sind nicht immer eindeutig. Neben Ziehen im Unterleib, welches auch andere Ursachen haben kann, wird Endometriose oft von periodenabhängigen Schmerzen im Unterleib bis zu Übelkeit, Migräne, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und Beschwerden beim Stuhlgang begleitet. Für die betroffenen Frauen beginnt dann oftmals ein Ärztemarathon, bis die Endometriose eindeutig diagnostiziert wird. "Durchschnittlich vergehen bis zur Diagnose knapp sieben Jahre", sagt Stefan Renner, Leitender Oberarzt der Frauenklinik am Uniklinikum Erlangen und Leiter des dortigen Endometriose-Zentrums. Frauenärzte denken oft gar nicht an die Möglichkeit der Endometriose-Erkrankung. Der Grund dafür ist, dass Regelschmerzen als normal gelten.

Medizinische Forschungen konnten noch nicht eindeutig klären, wie es zu der Erkrankung kommt. Bisher ist nur bekannt, dass die Schmerzen von Zellen, die der Gebärmutterschleimhaut ähneln, verursacht werden. Diese Zellen verbreiten sich im Körper und verhalten sich dort ähnlich wie die Schleimhaut der Gebärmutter. Die Zellen werden von den Hormonen, die die Gebärmutterschleimhaut zum Anschwellen und Abbluten bringen, beeinflusst. So wachsen und bluten auch diese Zellen jeden Monat, mit dem Unterschied, dass sie den Körper nicht verlassen können. Stattdessen verursachen die Zellen Entzündungen, Schmerzen, Verklebungen, Vernarbungen und im schlimmsten Fall auch Zysten und Tumore, die zu einer Unfruchtbarkeit führen können. Etwa die Hälfte der Frauen, die nicht schwanger werden könnten, leide an einer Endometriose, schätzen Mediziner. Normalerweise ist es nur über eine Bauchspiegelung möglich, die Krankheitsherde ausfindig zu machen. Für eine endgültige Diagnose müsse jedoch zusätzlich Gewebeproben entnommen werden.

Endometriose wird im ersten Schritt mit einer Hormontherapie behandelt. Dadurch wird die monatliche Regelblutung unterdrückt und auch das schmerzende Gewebe außerhalb der Gebärmutter ruhiggestellt. Doch nicht jede Frau reagiert darauf. "Die zentrale Therapie der Endometriose ist immer noch eine Operation", sagt Renner. Dabei werden die Krankheitsherde mittels einer Bauchspiegelung entfernt. Aber auch diese Behandlung hilft nicht immer. Oftmals werden nicht alle Herde gefunden und damit bleiben die Schmerzen. Als letzter Schritt bleibt den Betroffenen oft nur eine Schmerztherapie.

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