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Weizenmehl & Co.

Ist Kokosmehl wirklich eine gesunde Alternative?

In Biomärkten und Onlineshops wird Kokosmehl häufig als besonders gesunde und glutenfreie Alternative zum herkömmlichen Weizenmehl oder anderen Mehlsorten beworben. Aber ist das Kokosmehl wirklich so gesund oder doch nur ein einfaches und überteuertes Mehl ohne nennenswerte Vorteile?

Dossenheim (Deutschland). In der Werbung wird Kokosmehl als glutenfreie und besonders gesunde alternative Mehlsorte beschrieben, die sogar antibakterielle und antimykotische Eigenschaften besitzen soll. Glaubt man den Werbeversprechen, so handelt es sich bei dem Kokosmehl um ein sogenanntes Superfood, ein Marketingbegriff, der Lebensmitteln mit besonders positiven Eigenschaften für die Gesundheit in Verbindung bringen soll. Aber stimmt das wirklich? Ist Kokosmehl tatsächlich gesünder als andere Mehlsorten wie beispielsweise Dinkelmehl, Roggenmehl oder Weizenmehl und rechtfertig dies den durchschnittlichen Kilopreis von etwa neun Euro?

In vielerlei Hinsicht unterscheidet sich Kokosmehl auf den ersten Blick nicht von anderen Mehlsorten. Es ist ein feines und fast weißes Pulver, dass sich meist genauso anfühlt wie herkömmliches Getreidemehl. Da hochwertiges Kokosmehl in seiner reinsten Form nicht nach Kokosnuss schmeckt oder riecht, können oftmals selbst erfahrene Feinschmecker und Köche die unterschiedlichen Mehlsorten nicht am Geschmack unterscheiden.

Kochen und backen mit Kokosmehl

Die ersten offensichtlichen Unterschiede tauchen jedoch schnell bei der Verwendung des Kokosmehls auf. Das Kochen oder das Backen mit Kokosmehl kann schnell frustrierend werden, wenn man es wie konventionelles Mehl verwenden möchte. Dies liegt daran, dass sich Kokosmehl wie ein Schwamm verhält und Flüssigkeiten regelrecht aufsaugt. Da durch den hohen Preis misslungene Koch- oder Backversuche sehr teuer werden, sollte man sich unbedingt Kokosmehl-Rezepte mit genauen Anleitungen suchen und diese exakt befolgen.

Die hohe Flüssigkeitsaufnahme des Kokosmehls kann man jedoch auch gezielt nutzen. So eignet sich dieses Mehl als idealer Binder für Eintöpfe, Soßen oder Suppen. Kocht oder backt man nach Rezepten, bei denen die Mengenangaben auf herkömmliches Getreidemehl ausgerichtet sind, so benötigt man vom Kokosmehl nur etwa ein Viertel bis ein Drittel der im Rezept angegeben Menge. Es ist zudem ratsam, das Kokosmehl in einem luftdichten Behälter im Kühl- oder Gefrierschrank aufzubewahren.

Kokosmehl vs. Getreidemehl – wo liegen die Unterschiede?

Das Kokosmehl gehört zu den sogenannten Nussmehlen und wird aus dem getrockneten Fleisch der Kokosnuss gewonnen. Zu Beginn wird das Kokosfleisch gemahlen und anschließend dehydriert und entfettet. Übrig bleibt dann ein trockenes und (fast) ölfreies Pulver – das Kokosmehl. Je nach Produktionsverfahren schwankt jedoch der noch im Kokosmehl enthaltene Fettanteil. Das Kokosmehl war ursprünglich ein Nebenprodukt der Kokosmilch, welches Bauern als exzellenten organischen Dünger oder aber als Futterzusatz für ihre Tiere nutzen. Erst die Wissenschaft legte das positive gesundheitliche Potenzial des Kokosmehls in diversen Untersuchungen und Studien offen und so wurde es in den letzten Jahren ein immer beliebteres Produkt, dass nicht nur im Allgemeinen als gesund gilt, sondern vor allem bei Menschen mit Diabetes, einem durchlässigen Darm, einer Gluten-Unverträglichkeit oder mit Zöliakie immer geschätzter wurde. Zusammengefasst kann über das Kokosmehl folgendes gesagt werden:

  • reich an Ballaststoffen
  • enthält viele Eiweiße
  • ist cholesterinfrei
  • enthält keine Phytinsäure
  • ist glutenfrei
  • enthält gesunde mittelkettige Fettsäuren
  • besitzt einen niedrigen glykämischen Index
  • ist arm an Kohlenhydraten

Kurz um: Ja, Kokosmehl ist gesünder als konventionelle Mehlsorten. Es eignet sich besonders für Menschen mit Diabetes oder Gluten-Unverträglichkeiten, aber auch für übergewichtige Menschen, da es durch seine hohe Flüssigkeitsaufnahme das Abnehmen unterstützt. Als alltägliches Superfood schadet es zwar nicht, ist aber auf Dauer einfach zu kostspielig. Zwar muss beim Kochen oder Backen deutlich weniger Kokosmehl als Getreidemehl verwendet werden, aber bei einem durchschnittlichen Kilopreis von rund neun Euro liegt das Kokosmehl noch weit über den Preis von herkömmlichen Weizenmehl (ca. 0,70 EUR/kg) oder Bio-Weizenmehl (ca. 1,90 EUR/kg).

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