Von: Dennis L.
Toilettendrang

Im Schlaf kann die menschliche Blase mehr Urin speichern

Der menschliche Körper kann im Schlaf mehr Urin speichern als am Tage. Japanische Forscher haben jetzt herausgefunden, wie die unterschiedliche Urin-Speicherkapazität zustande kommt und welche Faktoren diese beeinflussen.

Im Schlaf kann die Blase mehr Urin speichern als im Wachzustand.
© Juanedc / wikipedia.org

Kyoto (Japan). Wissenschaftler haben einen Zusammenhang zwischen dem Protein Connexin43 im Blasenmuskel und der Urinproduktion entdeckt. Die Produktionsmenge des Proteins ist in der Nacht erheblich höher als am Tag. Eine Störung unserer inneren Uhr, welche in jeder Zelle unserer Körpers tickt, beeinflusst dabei die Produktion und könnte der Auslöser sein, warum einige Menschen in der Nacht häufig auf die Toilette müssen. Auch bei Bettnässern könnte diese Störung das Problem für den unkontrollierten Harndrang sein.

Osamu Ogawa von der Universität Kyoto erklärt: "Das Protein Connexin43 reduziert nicht nur die produzierte Urinmenge, es sorgt auch dafür das sich die Speicherkapazität der Harnblase im Schlaf vergrößert". Bei Personen mit einer funktionierenden inneren Uhr, die sich am Tag-Nacht-Rhythmus orientiert, ist im Schlaf eine erhöhte Produktion des Protein Connexin43 nachgewiesen worden. So bestimmt die zuvor aufgenommene Flüssigkeitsmenge und die Proteinproduktion, ob wir in der Nacht auf die Toilette müssen oder nicht.

Bei Forschungen an Mäusen fanden die Wissenschaftler erstmals heraus, dass die Proteinproduktion in den Muskelzellen der Harnblase während der Tag-Nacht-Phase schwankt. Experimente mit genetisch veränderten Mäusen, die nur geringe Mengen des Protein Connexin43 bilden konnten, haben gezeigt, dass diese wesentlich häufiger in der Schlafphase urinierten.

Die neu gewonnen Ergebnisse könnten erklären, warum Menschen mit einer überaktiven Blasenfunktion häufiger unter Harndrang leiden. So sollte zukünftig bei älteren Menschen und bei kleinen Kindern eine Störung der inneren Uhr als möglicher Auslöser der gestörten Urinproduktion in Betracht gezogen werden. Nach Angaben der Forscher sind rund zehn Prozent der Kleinkinder Bettnässer und 60 bis 90 Prozent der älteren Menschen müssen nachts öfter auf die Toilette. Die aktuellen Forschungsergebnisse könnten schon in einigen Jahren Grundsteine für neue Behandlungsmethoden sein.

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