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Gesichter erkennen

Für jedes Gesicht ein Neuron

Gesichter zu erkennen ist etwas anderes als diese mit den Augen zu sehen. Zwar nutzen wir die optische Wahrnehmung zur Informationseingabe, aber die bereits bekannten Gesichter werden durch eine Art von Neuronen-Speicher wiedererkannt.

Leicester (England). Das Gesicht eines Menschen ist einzigartig, selbst eineiige Zwillinge zeigen in diesem menschlichen Bereich Unterschiede zueinander auf. Uns unbekannte Personen müssen daher auch im Sinne der optischen Wahrnehmung erst einmal erkannt und verarbeitet werden - wir prägen uns das Gesicht also ein. Unterschiedliche Faktoren entscheiden darüber, ob und welcher Teil von diesem Wesen uns im Gedächtnis bleibt.

Lesen und Erkennen von Gesichtern

Professor Rodrigo Quian Quiroga, Direktor des Research Centre der University of Leicester hat sich in einer groß angelegten Studie der menschlichen Gesichtserkennung zugewandt. Um die gewünschten Erkenntnisse aus seinem Versuch zu realisieren, arbeiteten Professor Quian Quiroga und sein Team mit Epilepsie-Patienten zusammen, deren Hirnströme mit Elektrodenhauben aufgezeichnet wurden. Im Versuch wurden den Versuchspersonen die Gesichter von bekannten Persönlichkeiten wie zum Beispiel Angelina Jolie oder Arnold Schwarzenegger gezeigt. Nach diesem ersten Durchlauf folgte eine zweite Staffel an Gesichtern. In diesem Fall wurden zwei Persönlichkeiten, mittels Computerbearbeitung zu einem Gesicht zusammengefasst. Innerhalb von kurzer Zeit sollten die Personen gemeldet werden, welche zuerst erkannt wurden.

Die Auswertung dieses Experimentes zeigte, dass je nach Personenentscheidung ein einzelnes Neuron im Hirnbereich aktiviert wurde. Dabei war entscheidend, welche Merkmale bei den jeweiligen Persönlichkeiten als deutlich prägnant aufgenommen wurden. Wurde im Mischbild aus Bob Marley und der Woopi Goldberg zuerst die Schauspielerin erkannt, meldete sich dabei auch nur das Neuron, das bereits schon vorher bei der Einzelerkennung aktiv war.

Neuronen sind eine Art von Schlagwort-Verzeichnis

Diese Versuchsstudie zeigt, dass Menschen optische Wahrnehmung mit Neuronen verknüpfen oder “taggen“. Dieses Markieren hilft uns im Alltag, schneller mit uns bekannten Personen agieren zu können. Hierbei entfällt das kennenlernen unseres Gegenübers. Wir alle kennen diesen doch eher unbewussten Ablauf recht gut, denn nach einer gewissen Zeit nehmen wir uns bekannte Gesichter ganz selbstverständlich wahr. Uns unbekannte oder unbedeutende Menschen bleiben dagegen unbemerkt. Diese Fähigkeit der Gesichtserkennung mittels spezifischer Neuronen prägt unserer soziales Handeln zu einem bedeutenden Maß und hilft uns im Alttag miteinander umzugehen.

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