Erstaunliche Erkenntnisse

Forscher verkünden Durchbruch bei der Verlängerung der Lebensdauer

Dennis L.

US-Amerikanische Wissenschaftler sind sich sicher, dass sie einen Weg gefunden haben wie unsere Lebenszeit verlängert werden kann. Auslöser für diese Zuversicht sei ein spezielles Medikament. Dieses habe bereits in Versuchen bei zwei Arten von Lebewesen die Lebenszeit verlängert.

Los Angeles (USA). Bei dem besagten Medikament handelt es sich um das Abtreibungsmedikament Mifepriston. Der Wissenschaftler Professor John Tower von der University of Southern California und sein Forschungsteam konnten große Erfolge bei der Verlängerung der Lebenszeit von Fruchtfliegen und Würmern verbuchen. Diese Tatsache lässt darauf schließen, dass auch bei andere Lebensformen ein Erfolg nicht unwahrscheinlich ist.

Die Forscher veröffentlichten ihre Ergebnisse in der wissenschaftlichen Publikation Journal of Gerontology - Biological Sciences. In der Studie wurde die Fruchtfliegen-Art Drosophila melanogaster genauer untersucht. Das verabreichte Medikament verlängerte das Leben von weiblichen paarungsfähigen Fliegen erheblich.

Diese weiblichen Fruchtfliegen erhalten während des Paarungsaktes von den männlichen Fliegen ein sogenanntes Sexualpeptid, welches Entzündungen hervorruft. Durch diesen Stoff wird die Lebenszeit weiblicher Exemplare erheblich verkürzt. Das Team um John Tower stellte bei seinen Untersuchungen fest, dass das Medikament Mifepriston die Wirkung des Sexualpeptids blockt und somit die Lebensdauer verlängert.

Ähnliche Wirkungsweise bei Mensch und Tier

„Das Medikament wirkt bei den Fruchtfliegen ähnlich wie bei Frauen“, gaben die Forscher an. Mifepriston verringert die Fortpflanzung der Fliegen und verändert deren Immunantwort, gleichzeitig wird die Lebenserwartung erhöht. Beim Menschen treten dieselben Wirkungen auf, somit wird die Frage aufgeworfen, ob auch die Lebenszeit verlängert werden kann.

Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, untersuchte das Forschungsteam das Medikament genauer. Hierzu wurden die Veränderung der Gene, Moleküle und der Stoffwechselprozesse bei den Testsubjekten genauer betrachtet. Das Ergebnis dieser Forschung zeigte, dass das Juvenilhormon-Molekül eine tragende Rolle spielt.

Dieses Hormon sorgt für die Regulierung der Entwicklung der Fruchtfliegen. Die Stoffwechselwege der Fliegen verblieben durch die Einnahme der Medikamente auf einem gesunden Weg. Ähnliche Stoffwechselwege existieren auch beim Menschen. Diese Erkenntnis trägt maßgeblich dazu bei, dass Mifepriston vermutlich auch dem menschlichen Organismus eine verlängerte Lebensdauer verschafft.

Dieselben Erkenntnisse auch bei Würmern

Nach dem Versuch an Fruchtfliegen, wurde die Wirkung des Medikaments auch am Spulwurm Caenorhabditis elegans erprobt. Dabei konnten dieselben Erkenntnisse gewonnen werden, wie bereits bei den Fruchtfliegen. Da es sich bei der Wurmgattung und der Fruchtfliegen-Art um zwei völlig verschiedene Arten von Lebewesen handelt, gehen die Forscher davon aus, dass auch andere Organismen, wie beispielsweise der Mensch, ähnlich auf das Medikament reagiert.

The Journals of Gerontology, doi: 10.1093/gerona/glaa164

Spannend & Interessant
VGWortpixel