Gesunder Schlaf

Fast jede Schlafposition birgt gesundheitliche Risiken

Dennis L.

Fast jede Schlafposition birgt gesundheitliche Risiken oder deutet auf bereits bestehende Gesundheitsprobleme hin. Lediglich eine Schlafposition stufen die Forscher als unbedenklich ein. )moc.hsalpsnucinapS rimaDnoitisopfalhcS(Foto: © 

US-Forscher fanden heraus, dass fast jede Schlafposition Auswirkungen auf die Gesundheit nehmen kann oder auf bereits bestehende Gesundheitsprobleme hindeutet. Lediglich eine bestimmte Schlafposition gilt in der medizinischen Schlafforschung als unbedenklich.

Maryland (U.S.A.). Jeder Mensch hat seine bevorzugte Haltung im Schlaf und laut neusten medizinischen Forschungen favorisieren wir diese ganz bewusst oder unbewusst aus gesundheitlichen Gründen. Aber was sagt es über den Gesundheitszustand aus, wenn manche Menschen am liebsten auf dem Bauch schlafen, andere auf dem Rücken, auf der Seite oder in der Embryohaltung?

Die Bettenindustrie hat schon schon längst auf die individuellen Haltungen der Menschen im Schlaf reagiert und bietet schon länger spezielle Seitenschläferkissen, Kopfkissen für Bauch- und Rückenschläfer, leichte und schwere Bettdecken oder speziell auf die Schlafhaltung optimierte Lattenroste an. Besonders beliebt sind auch Topper in 180x200 cm, welche einfach über die Matratze gelegt und dann mit einem Bettlaken bezogen werden.

Am häufigsten schlafen die Menschen auf der Seite

Zwar drehen und wenden wir uns im Schlaf zwischen 30 und 80 Mal in der Nacht und nehmen dabei ganz unterschiedliche Schlafhaltungen ein, dennoch hat jeder Mensch eine favorisierte Position. Forscher der University of Maryland haben dazu eine Studie durchgeführt und festgestellt, dass die favorisierte Schlafposition Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand zulässt. Die Ergebnisse haben sie im Journal of Clinical Gastroenterology veröffentlich.

Die beliebteste Schlafposition ist die Seitenlage, gefolgt von der Rückenlage und der Bauchlage an dritter Position. Platz vier belegt die Embryohaltung. Die Forscher fanden nun heraus, dass die Schlafposition, welche wir am liebsten einnehmen, nicht nur Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand zulässt, sondern diesen auch aktiv beeinflussen kann.

Die Embryohaltung im Schlaf

Wer am liebsten in der oft so entspannend aussehenden, mit Armen und Beinen angewinkelten Embryohaltung schläft, der hat oft mit Nacken- und Rückenschmerzen zu kämpfen. Die eingerollte Haltung erschwert zudem das tiefe Durchatmen, da die Organe im Körper zusammengepresst werden.

Seitenschläfer rechts oder Seitenschläfer links

Die Forscher fanden zudem heraus, dass es einen großen Unterschied macht, ob man auf der rechten Seite oder auf der linken Seite schläft. So leiden Menschen, die am liebsten auf der rechten Körperseite schlafen, häufig unter Magenproblemen. Der Grund dafür ist, dass die Magensäure in dieser Position leicht in die Speiseröhre fließen kann. Diese Position erschwert zudem die Arbeit der Bauchspeicheldrüse, welch der Magen diese zusammendrückt. Die Auswertung der Daten zeigt, dass Rechtsschläfer mehr als doppelt so häufig und Magen- und Verdauungsproblemen leiden wie Linksschläfer.

Die Studie zeigt zudem, dass Menschen, die bevorzugt auf der linken Seite schlafen, nicht nur eine geregeltere und gesündere Verdauung haben, sondern auch weniger Herzprobleme, da die menschliche Hauptschlagader nach links gebogen ist und das Blut in der Linksposition besser durch den Körper gepumpt werden kann.

Die Rückenlage als Alarmsignal

Auch wenn die Rückenposition im Schlaf als besonders entspannend gilt, so birgt sie doch das höchste gesundheitliche Risiko. Über Rückenschläfer ist bekannt, dass diese häufig schnarchen, da in dieser Schlafposition die Rachenmuskulatur leicht erschlafft. Dabei fällt zudem die Zunge leicht in den Rachen zurück, was das Schnarchen unterstützt und zudem die Atemwege verengt. In der Rückenlage kommt es auch häufig zu kleineren Atemaussetzer und Schlafapnoe. Hier sind die gesundheitlichen Langzeitfolgen Bluthochdruck und ein hoher Puls, was das Risiko eines Herzinfarkts und eines Schlaganfalls deutlich steigert.

Die Forscher fanden zudem heraus, dass Rückenschläfer, die ihren Kopf und Nacken durch ein hohes Kissen stützen, oftmals unter Herz- und Lungenproblemen leiden. Der Grund dafür ist, dass diese Schlafposition die Arbeit von Herz- und Lunge erleichtert. So ist es Menschen mit COPD beispielsweise kaum möglich, flach auf dem Rücken zu schlafen, da das Atmen in dieser Position zu anstrengend ist.

Gesundheitliche Rückschlüsse von Bauchschläfern

Menschen die überwiegend auf dem Bauch schlafen, haben oftmals Probleme mit der Bandscheibe. Diese Schlafposition unterstützt nämlich die natürliche Krümmung der Wirbelsäule und entlastet so die Bandscheiben.

Diese Schlafposition kann laut Forschern aber auch auf ein Alkoholproblem hindeuten. Menschen, die regelmäßig viel Alkohol trinken neigen dazu, ihren Kopf tief in das Kopfkissen zu vergraben. Dies klappt am besten, wenn man auf dem Bauch schläft.

Forscher raten zu flexiblen Schlafpositionen

Auch wenn es schwer fällt - vor allem da wir ab einem bestimmten Zeitpunkt keinen wirklichen Einfluss mehr auf unsere Schlafposition haben - Forscher raten aus medizinischer Sicht dazu, möglichst oft die Position im Schlaf zu wechseln. Diesen Rat geben sie besondern den Menschen mit, die überwiegend auf dem Bauch oder dem Rücken schlafen.

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