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Medikament ersetzt Wirkung

Erstes Medikament gegen Alkoholsucht ohne Nebenwirkungen

Ein neues Mittel gegen Alkoholismus soll die Wirkung ersetzen, ohne dabei die bekannten negativen Folgen zu verursachen. Das Medikament sorgt hingegen für die Ausschüttung von Glückshormonen.

Riga (Lettland). Der lettische Chemiker Ivars Kalviņš hat mit seinem Team vom Latvian Institute of Organic Synthesis ein Medikament entwickelt, dass die Alkoholsucht, die in Russland besonders verbreitet ist, bekämpfen soll. Kalviņš konnte durch die Entwicklung von Meldonium bereits internationale Bekanntheit erlangen. Das herz- und kreislaufwirksame Mittel ist in Osteuropa zugelassen, steht aber trotzdem auf der Dopingliste der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA). Kalviņš wehrte sich gegen die Klassifikation seiner Erfindung als Dopingmittel. Er sagte, dass es lediglich dazu diene, dass Sportler ihre Gesundheit vor zu starken Anstrengungen schützen können.

Kein Ekel vor Alkohol

Alle bisher auf den Markt gekommen Mittel gegen Alkoholismus wirkten, indem sie durch die Einnahme einen Ekel vor Alkohol erzeugten. Kalviņš verfolgt einen anderen Ansatz: Sein kürzlich synthetisiertes Mittel ersetzt die Wirkung von Alkohol, ohne dabei negativen Folgen auszulösen. Dafür wird die Produktion von Glückshormonen beim Patienten ausgelöst.

Auch Alkohol sorgt dafür, dass die Produktion von Glückshormonen angeregt wird, verursacht aber parallel dazu auch eine Abhängigkeit. Der regelmäßige Konsum von Alkohol führt dazu, dass Rezeptoren entstehen, die zur Folge haben, dass die Menge die zum Auslösen des Glücksgefühls nötig ist, ständig erhöht werden muss. Das noch namenlose Mittel des Meldonium-Erfinders hat diesen Effekt nicht. Die Dosis kann also gleich blieben und das Glücksgefühl wird dennoch ausgelöst. Außerdem soll die Anzahl der durch übermäßigen Alkoholkonsum entstandenen "überflüssigen" Rezeptoren" durch die Einnahme wieder auf ein normales Maß absinken.

Erste Erfolge

Suchttherapeuten haben das Medikament in der Praxis bereits erfolgreich getestet. Trotz der positiven Ergebnisse sieht Ivars Kalviņš die Arznei allerdings nicht als Heilmittel, sondern nur als Unterstützung. Langfristig kann auch mit seinem Medikament Alkoholismus nur überwunden werden, wenn der Patient einen entsprechend starken Willen zeigt.

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