Post-Vac-Syndrom

Die häufigsten langanhaltenden Symptome nach einer Covid-19-Impfung

 Robert Klatt

Häufige Beschwerden des Post-Vac-Syndroms )moc.sotohptisopedacigaMaLoidutS(Foto: © 

Die Covid-19-Impfung löst bei manchen Personen das sogenannte Post-Vac-Syndrom (PCVS) aus, das unterschiedliche, lang anhaltende Beschwerden verursacht. Nun wurde analysiert, welche Gesundheitsprobleme bei PCVS am häufigsten auftreten.

Nagoya (Japan). In Einzelfällen kommt es nach einer Covid-19-Impfung zum sogenannten Post-Vac-Syndrom (PCVS), bei dem betroffene Personen unter parallelen, lang anhaltenden Beschwerden bei mehreren Körpersystemen leiden, die denen von Long-Covid ähneln. Die Medizin hat das PCVS-Syndrom bisher noch nicht klar definiert. Bei definitiven Fällen müssen aber drei Kriterien zutreffen, nämlich, dass die Person vor der Impfung gesundheitlich stabil war, sich ihre Gesundheit nach der Covid-19-Impfung so stark verschlechterte, dass Hilfe durch einen Arzt nötig war, und andere Ursachen für die Beschwerden ausgeschlossen sind.

Forscher der Nagoya City University (NCU) haben nun eine Studie publiziert, die untersucht hat, welche lang anhaltenden Symptome beim PCVS am häufigsten auftreten. Sie haben dazu 179 Fälle, die definitiv durch eine Covid-19-Impfung ausgelöst wurden, analysiert. Insgesamt kam es bei den 179 Fällen, von denen ein Großteil Frauen betraf (66,5 %), zu 493 Symptomen.

Die Symptomgruppen des Post-Vac-Syndrom

Um die unterschiedlichen Symptome kategorisieren zu können, haben die Forscher ein System entwickelt, das ähnliche Symptome, etwa Kopfschmerzen und Schädelbrummen, zusammenfasst. Das System zeigt, dass die meisten lang anhaltenden Symptome nach einer Covid-19-Impfung in eine von drei Gruppen passen, nämlich Allgemeinerkrankungen wie Fieber, Erkrankungen des Nervensystems wie Kopfschmerzen und Schwindel und Skelettmuskulatur- und Bindegewebserkrankungen wie Gliederschmerzen.

Die Symptome der 179 betroffenen Patienten waren hauptsächlich starke Erschöpfung, Fieber und Probleme beim Gehen (29,2 %), Schwindel und Kopfschmerzen (22,3 %) und Schmerzen in den Armen und Beinen, Gelenkprobleme und Rückenschmerzen (10,1 %).

Langanhaltende Beschwerden

Die Studie zeigt zudem, dass die Beschwerden beim PCVS lang anhaltend sind. Im Untersuchungszeitraum berichteten zwar viele Menschen von einer Verbesserung der Symptome (65 %), ganz gesund wurden die meisten aber nicht (60 %). Die Symptome waren bei vielen Betroffenen (15 %) so stark, dass sie in einer Klinik behandelt werden mussten und für längere Zeit arbeitsunfähig waren. Bei den meisten Betroffenen kam es in den ersten drei Monaten nach der Impfung zu den Symptomen. In manchen Fällen (12 %) traten diese aber erst ein Jahr oder noch länger nach der Impfung auf.

Angesichts der Ergebnisse sprechen die Forscher sich dafür aus, dass bessere Überwachungssysteme und spezielle Behandlungsnetzwerke geschaffen werden sollten, um Menschen mit PCVS besser helfen zu können. Sie erklären zudem, dass PCVS bisher nicht ausreichend erforscht und medizinisch definiert wurde und deshalb bei vielen Betroffenen nicht erkannt wird.

Quellen:

Studie im Fachmagazin Scientific Reports, doi: 10.1038/s41598-026-43949-z

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