Bessere Behandlung

Covid-19-Mortalitätsraten in deutschen Unikliniken gesunken

Robert Klatt

Die Covid-19-Sterblichkeit ist aufgrund zunehmender Erfahrung und verbesserter Therapieoptionen im Verlauf der Pandemie deutlich gesunken.

Berlin (Deutschland). Laut einer Medizininformatik-Initiative des Netzwerks Universitätsmedizin ist die Letalität von Patienten mit Covid-19 in Deutschland im Verlauf des vergangenen Jahres deutlich gesunken. Als Grund dafür nennen die Wissenschaftler in ihrer Publikation im Fachmagazin Anästhesiologie und Intensivmedizin (PDF) die verbesserten Therapiemöglichkeiten und die zunehmende Erfahrung mit der Krankheit.

In der ersten Phase der Pandemie (bis 19. April 2020) sind demnach in Universitätskliniken 20,7 Prozent der Covid-19-Patienten verstorben. Bei den beatmeten Patienten lag die Sterberate sogar bei 39,8 Prozent. In den Folgemonaten (bis 18. September 2020) ging die Sterblichkeit der beatmeten Patienten auf 33,7 Prozent und die Gesamtsterblichkeit auf 12,7 Prozent zurück.

1.318 Covid-19-Patienten an 14 Universitätskliniken

Im Studienzeitraum behandelten die 14 Universitätskliniken insgesamt 1.318 Covid-19-Patienten. 490 (37,2 %) davon mussten beatmet werden, bei 124 (9,4 %) wurde eine extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) durchgeführt. Diese konnten 58 der 124 Covid-19-Patienten das Leben retten. Außerdem war bei 17,5 Prozent der Covid-19-Patienten eine Hämodiafiltration, Hämofiltration oder Hämo­dialyse nötig. Dies betraf vor allem die künstliche beamteten Patienten.

Alters ist der wichtigste Covid-19-Risikofaktor

Die Daten zeigen erneut, dass das Alter der wichtigste Risikofaktor für einen tödlichen Ausgang bei Covid-19 ist. Im Mittel waren die in den Universitätskliniken behandelten Patienten 61,2 Jahre alt. Der Altersdurchschnitt der beamteten Patienten lag bei 63,7 Jahren, der der verstorbenen Patienten bei 71,2 Jahren.

Ein weiterer Risikofaktor ist das männliche Geschlecht. Männer haben einen Anteil an den in Universitätskliniken behandelten Covid-19-Patienten von 63,4 Prozent. Der den beatmeten Patienten waren es 74,9 Prozent, bei den verstorbenen Patienten 72,6 Prozent.

Die Studie zeigt außerdem Komorbiditäten bei Patienten mit Niereninsuffizienz (35,2 %), mit Anämie (26,0 %) und mit Diabetes mellitus (21,1 %). Bei 10,1 Prozent der Patienten lagen überdies Erkrankungen, die zu Störungen des Immunsystems führen, vor.

RECOVERY-Studie verbessert Behandlung

Laut den Wissenschaftlern um Jürgen Schüttler, Direktor der Anästhesiologischen Klinik am Universitätsklinikum Erlangen hat vor allen die RECOVERY-Studie, laut der Dexamethason die Sterblichkeit bei beatmungspflichtigen Patienten senkt, zu einem deutlichen Rückgang der Letalität geführt. Außerdem sieht der Mediziner das neue Wissen zur Antikoagulationstherapie bei Covid-19 als einen großen Einflussfaktor.

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