Comirnaty von BioNTech/Pfizer

Covid-19-Infektionsrisiko steigt schon 90 Tage nach der 2. Impfdosis

Robert Klatt

Das Covid-19-Infektionsrisiko nimmt laut einer Studie mit 80.000 Probanden bereits drei Monate nach der zweiten Impfdosis stark zu.

Tel Aviv (Israel). In Israel kam es im Juli 2021 zur dritten Welle der Covid-19-Pandemie, obwohl die Impfkampagne zum Schutz der Bevölkerung bereits im Dezember 2020 begann und obwohl das Land eine der global höchsten Impfquoten hatte. Besonders auffällig war in der dritten Welle die hohe Anzahl an Impfdurchbrüche. Wissenschaftler des Krankenversicherers Leumit Health Services haben deshalb untersucht, wie lang die Schutzwirkung der Impfungen bestehen bleibt.

Sie analysierten laut ihrer Publikation im Fachmagazin The BMJ dazu Gesundheitsdaten von 80.057 Erwachsenen mit einem Durchschnittsalter von 44 Jahren, bei denen mindestens drei Wochen nach ihrer zweiten Impfung mit Impfstoff Comirnaty (vormals BNT162b2) von BioNTech/Pfizer ein PRC-Test durchgeführt wurde.

Impfdurchbrüche steigen im Zeitverlauf

Dabei stellten sie fest, dass die Anzahl der positiven PCR-Tests, anhand derer ein Impfdurchbruch erkannt werden kann, im Zeitverlauf zunahm. 21 bis 89 Tage nach der zweiten Impfung waren 1,3 Prozent der Probanden positiv. Nach 90 bis 119 Tagen waren es schon 2,4 Prozent und nach 120 bis 149 Tagen 4,6 Prozent. Im Zeitraum von 150 bis 179 Tagen kam es bei 10,3 Prozent und danach bei 15,5 Prozent der Probanden zu Impfdurchbrüchen.

Infektionsrisiko ermittelt

Auf Basis der positiven Tests hat das Team um Ariel Israel den Anstieg des Infektionsrisikos ermittelt. Im Vergleich zu den ersten drei Monaten nach der zweiten Impfdosis nimmt das Risiko nach 90 bis 119 Tagen um das 2,37-fache zu. Nach 120 bis 149 steigt das Infektionsrisiko auf 2,66, nach 150 bis 179 Tagen auf 2,82 und danach auf 2,82.

Laut den Wissenschaftlern ist es wahrscheinlich, dass auch beim mRNA-Impfstoff von Moderna und bei den Vektorimpfstoffen das Infektionsrisiko im Zeitverlauf ähnlich stark zunimmt. Die Autoren erklären jedoch, dass ihre Studie keine Aussage über den Schweregrad der Erkrankung macht, sondern nur das Risiko einer Infektion untersucht hat.

The BMJ, doi: 10.1136/bmj-2021-067873

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