Von: Arno K.
Umpolung

Polt sich das Magnetfeld der Erde bald um?

Geophysiker haben die bevorstehende Umpolung der Erde neu datiert, dies bedeutet einen deutlich früheren Zeitpunkt als bisher angenommen. Anhand von Magmauntersuchungen der letzten Umkehrung der Pole zeigt sich ein beispielhaftes Szenario - ein Phänomen, für das es bereits mehrere Anzeichen gibt.

Das Erdmagnetfeld als Modell: Noch ist es stabil, aber die nächste Umpolung naht bereits.
© Gary A. Glatzmaier / LANL

Rom (Italien). Magma steht sinnbildlich für das Blut und die Energie der Erde. Neben der zerstörerischen Kraft beim Austreten aus dem Erdinneren dient Lava den Geologen als wichtiger Bestandteil für Forschungen. Besonders die Eigenschaften der Lavaablagerungen dienen als wichtige Indikatoren für geologische Bestimmungen. In Fall des Geologen Leonardo Sagnotti vom Nationalen Institut für Geophysik und Vulkanismus in Rom, entdeckte dieser Anzeichen für eine baldige Umkehrung der Erdpole - ein Phänomen, das bereits in der Vergangenheit der Erdgeschichte stattgefunden hat. Leonardo Sagnotti und seine Kollegen untersuchten die Ablagerungen von Lava im Sulmona-Becken östlich von Rom. Die Gesteinsuntersuchungen zeigten nicht nur die Datierung der letzten Polumkehrung vor genau 786.000 Jahren, sondern auch die Umkehrung der Fließrichtung des Magma innerhalb von gerade einmal 100 Jahren.

Zeugen von chaotischen Verhältnissen im Erdinneren

Während dieses Zeitraums vollzog das Magnetfeld im Inneren der Erde den kompletten Richtungswechsel ohne Pause. Bisherige Untersuchungen deuteten auf temporäre Zwischenstationen der Pole in den Tropen und den gemäßigten Breiten, dies konnte jetzt anhand der erstarrten Magmaschichten revidiert werden. Weitere Untersuchungen zeigen außerdem eine zuvor andauernde Instabilität der Pole im Bereich von 6000 Jahren, innerhalb dieses Zeitraums kam es zu starken Einbrüchen des Magnetfeldes, außerdem fluktuierte die Ausrichtung teils chaotisch. Trotz dieser Ausbrüche vollzog sich die Wandlung der Erdpole am Ende dieses Zeitraums in einem kontinuierlichen Prozess von nur 100 Jahren.

Erste geophysikalische Anzeichen deuten auf ein bevorstehendes Ereignis hin

Das was bereits vor mehreren hunderttausend Jahren geschah wird sich in absehbarer Zeit wiederholen. Die neuen Erkenntnisse deuten auf ein bevorstehendes Ereignis in etwa 1000 Jahren hin und die Anzeichen dafür sind bereits messbar. Geophysiker ermittelten vor drei Jahren eine Abschwächung des Magnetfelds, weiterhin hat sich die Erdachse währen der letzten zwei Jahrhunderte um hunderte Kilometer in Richtung Osten verschoben - deutliche Anzeichen für eine bevorstehende Umkehrung der Pole.

Die Mitautorin Courtney Sprain von der University of California unterstreicht die geologische Bedeutung der neuen Studien, sagt aber auch, dass die daraus resultierende Erkenntnisse nicht automatisch auf ein neues Szenario angewandt werden könnten, kategorisch ausschließen könne sich der sehr schnelle Ablauf des Umkippens der Erdpole aber auch nicht.

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