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Vor Madagaskar

Neuer Kontinent mit dem Namen Mauritia entdeckt

Wissenschaftler haben im Indischen Ozean unter den Inseln Reunion und Mauritius einen neuen Kontinent entdeckt. Die Wissenschaftler tauften den Kontinent Mauritia. Bislang wurde der Kontinent nicht entdeckt, da dieser von riesigen Lavamassen bedeckt ist.

Potsdam (Deutschland). Ein Team aus internationalen Wissenschaftlern haben vor Madagaskar einen neuen Kontinent entdeckt. Durch seine geringe Größe sprechen die Wissenschaftler von einem sogenannten Mikrokontinent. Der neue Kontinent namens Mauritia wurde erst jetzt entdeckt, da er sich unter einer dicken Lavaschicht befindet. Der Fund weist darauf hin, dass es noch viel mehr solcher Mikrokontinente geben kann, so die Wissenschaftler im Fachmagazin Nature Geoscience.

Kontinente brechen häufig auseinander, da sogenannte Mantelplumes, riesige Blasen heißen Gesteins, aus den Tiefen des Erdmantels aufsteigen und unter die tektonischen Platten geraten. Dort weichen die Plumes die Platten von unten auf, bis sie schließlich zerbrechen. Dies passierte auch mit dem Urkontinent Gondwana vor rund 170 Millionen Jahren. Gondwana umfasste die heutigen Landmassen von Südamerika, Afrika, Antarktis, Australien, Madagaskar und Indien. Zuerst zerbrach Gondwana zwischen Afrika und Madagaskar und später dann zwischen Australien und der Antarktis. Im Laufe der Millionen drifteten die Landmassen in ihre heutige Position.

Plumes haben vor rund 60 Millionen Jahren auch bei dem Entstehungsprozess des Indischen Ozeans eine wichtige Rolle gespielt. Hinweise darauf haben bereits die kleine Kontinentfragmente der Seychellen geliefert. Liegen die Plumes am Rand einer tektonischen Platte, so können kleine Fragmente davon abgespalten werden. Als Indien und Afrika auseinander brachen, splitterten Madagaskar und die Seychellen von den Großkontinenten ab.

Im Falle der Seychellen war der Entstehungsprozess schon länger bekannt. Doch die kleine Inselgruppe schienen nicht die einzigen Kontinentfragmente zu sein, die bei der Entstehung des Indischen Ozeans übrig blieben. Ein Team internationaler Geowissenschaftlern konnte jetzt anhand von Lava-Sandkörnern, die vom Strand von Mauritius stammen, Hinweise auf weitere bisher unbekannte Bruchfragmente in der Region entdecken. Die Geologen bestimmten das Alter der Sandkörner und haben dabei herausgefunden, dass die sie kleine Einschlüsse des Halbedelsteins Zirkon mit einem Alter von 660 bis 1.970 Millionen Jahren enthalten. Die Wissenschaftler schlussfolgern, dass die Lava bei Ihrem Weg an die Erdoberfläche auch durch eine Gesteinsschicht geflossen sein muss, die reich an Zirkon ist. Die Zusammensetzung und das Alter lassen aber darauf schließen, dass es sich dabei um eine kontinentale Kruste handeln musste.

Auf Basis der neuen Ergebnisse entwickelten die Wissenschaftler ein neues Modell der Plattentektonik für den Indischen Ozean. Bernhard Steinberger vom Deutschen Geo Forschungszentrum (GFZ), der maßgeblich an dieser Neuberechnung beteiligt war, fasst die Ergebnisse so zusammen: „Es ergibt sich einerseits die Lage der Platten gegenüber den beiden Plumes zum Zeitpunkt des Auseinanderbrechens, was auf den ursächlichen Zusammenhang hindeutet. Andererseits konnten wir zeigen, dass die weggebrochenen Kontinent-Fragmente hinterher ziemlich genau über den Reunion-Plume gewandert sind." Dies erkläre auch, warum die Fragmente des Kontinents von Vulkangestein bedeckt sind und bisher nicht entdeckt wurden. "Man kann davon ausgehen, dass solche Mikrokontinente, wie Mauritia einer ist, viel häufiger vorkommen, als bisher vermutet.

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