Von: Dennis L.
Neue Entstehungstheorie

Große Goldvorkommen theoretisch überall denkbar

Geologen beschäftigen sich schon lange mit der Frage, wie sich extrem große Goldvorkommen gebildet haben. Eine neue Theorie könnte nicht nur bisher offene Fragen beantworten, sie macht es auch möglich, dass extrem große Goldvorkommen theoretisch überall auf der Erde vorkommen könnten.

Große Mengen Gold sind theoretisch überall denkbar.
© Geomartin / wikipedia.org

Zürich (Schweiz). Nach einer neuen Theorie könnte eine frühere schwefelreiche Klimaepisode der Grund dafür sein, warum es heute Regionen mit extrem großen Goldvorkommen gibt. Ein gutes Beispiel wäre das 1,8 Milliarden Jahre alte Witwatersrand-Becken in Südafrika – mit bisher rund 40.000 Tonnen gefördertem Gold die mit Abstand größte Goldmine der Welt. Hier gibt es keine Anzeichen für hydrothermale Ablagerungen oder Quellen für Goldflitter. Geologen rätseln schon lange, wie sich hier so viel Gold ansammeln konnte.

Herr Christoph Heinrich von der Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) in Zürich hat nun eine neue Theorie veröffentlich, die bisherige offene Fragen zu solchen Goldansammlung erklären kann. Demnach muss es einen Zeitabschnitt in der Klimageschichte gegeben haben, in der es noch keinen freien Sauerstoff in der Atmosphäre gegeben hat. Zahlreiche Vulkane haben zu dieser Zeit über tausende von Jahren große Mengen an Schwefel in die Umgebung abgegeben. Unter dieser erdgeschichtlichen Voraussetzung lassen sich kleine wie auch große Goldvorkommen überall auf der Erde erklären.

Schwefelwasserstoff brachte das Gold an die Oberfläche

Laut Heinrich wurde das Gold in Schwefelwasserstoffgas, welches sich in Regen oder auch Flusswasser gelöst hatte, in die heutigen Goldlagerstätten. Mit Hilfe des Goldtransports auf dem Wasserweg lassen sich erstmals alle Größen von bekannten Goldvorkommen erklären – bisherige Theorien konnten zwar Gründe für kleine Ablagerungen liefern, mussten aber bei Dimensionen wie dem Witwatersrand-Becken kapitulieren.

Dass Gold durch Wasser an die Oberfläche gelangte stand bis heute nicht zur Frage, weil Gold unter hohem Druck nahezu nicht löslich ist – und schon gar nicht von Wasser. Gold besitzt jedoch die Vorliebe, sich kurzzeitig mit Schwefel zu verbinden. Heinrich vermutet daher, dass das Gold mit Hilfe des Schwefels an die Oberfläche gelangte. Sollte sich diese Theorie bewahrheiten, so könnte es bisher unbekannte Goldvorkommen unbekannter Größe überall auf der Welt geben.

Neue Goldvorkommen lassen den Goldpreis sinken

Für die Weltwirtschaft und gerade dem Handel mit dem Edelmetall Gold hätte die Bestätigung der Theorie große Auswirkungen. Das Fachmagazin Golddepot berichtet, dass sollten Geologen an Orten Gold finden, die bisher aus geologischer Sicht kategorisch von der Suche ausgeschlossen wurden, dies bedeuten würde, dass es noch zahlreiche große Goldvorkommen auf der Erde geben kann. Mit jedem neu gefundenen Abbaugebiet würde der Goldpreis fallen, da immer mehr des seltenen Edelmetalls zur Verfügung stehen würde.

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