Von: Arno K.
Neudatierung

Die Sahara-Wüste ist wesentlich älter als angenommen

Die Sahara ist die größte Sandwüste der Erde und misst eine ungefähre Fläche von 9.400.000 Quadratkilometern. Wissenschaftler des Bjerknes Centre for Climate Research in Bergen haben den Ursprung der Wüste neu datiert. Das Ergebnis zeigt, dass die Wüste in Afrika entgegen bisherigen Forschungen bereits lange vor Beginn des Eiszeitalters, vor ca. sieben Millionen Jahren entstanden ist.

Die Sahara ist wesentlich älter als bisher vermutet.
© Luca Galuzzi / wikipedia.org

Bergen (Norwegen). Das uns bekannte Bild der Sandwüste Sahara wird sich auch in der Zukunft verändern. Aufgrund des Klimawandels wird die Wüstenfläche von derzeit über neun Millionen Quadratkilometern deutlich schrumpfen. Der Geograf Stefan Kröpelin von der Forschungsstelle Afrika der Universität Köln berichtet von deutlichen Anzeichen, die er bei wiederkehrenden Besuchen an denselben Orten der Wüste beobachten konnte: Dabei lassen sich leichte Trends einer wiederergrünenden Sahara erkennen, so Kröplin. Dass die Sahara nicht nur neue Erkenntnisse hinsichtlich der Zukunft bereithält, sondern auch die Ereignisse der Vergangenheit neu datiert werden müssen, zeigen Forschungen von Zhongshi Zhang vom Bjerknes Centre for Climate Research in Bergen.

Sandkornanalyse brachte die neuen Erkenntnisse

War man bislang davon ausgegangen, dass die Entstehungsgeschichte der Sahara bis etwa zwei Millionen Jahre in die Vergangenheit reicht, lassen neue Funde auf einen viel früheren Ursprung schließen. Im afrikanischen Tschad konnten Wissenschaftler des norwegischen Instituts Sandablagerungen der Sahara-Ausläufer untersuchen. Diese ermöglichen eine Ursprungsbestimmung bis über sieben Millionen Jahre in die Vergangenheit. Um diese Ergebnisse belegen zu können, entwickelten Zhongshi Zhang und sein Team eine umfassende Klimasimulation der Geschehnisse der letzten 30 Millionen Jahre bis zurück zur Paläogen-Epoche.

Austrocknung des Tethys führte zur Entstehung der Sahara

Aufgrund dieser Klima- und Kontinentsimulation konnte festgestellt werden, dass bereits in der frühen Periode des Miozän, der Neogen-Epoche vor etwa 20 Millionen Jahren, die Vorboten der Wüste Sahara ihren Ursprung schließen lassen. Die Vereisung am Südpol vor sieben Millionen Jahren bedeutet die zeitweilige Austrocknung des früheren Mittelmeeres Tethys. Die beteiligten Erdplatten von Afrika, Arabien und Eurasien rücken näher und die Zuflüsse zum Mittelmeer werden schließlich blockiert. Dies entspricht auch dem neu datierten Ursprung der Sahara.

Die Neudatierung wirkt sich auch auf die Theorie zum Entwicklungsprozess unserer eigenen Evolution aus. Der frühe Klimawechsel, der aus einer grünen Umgebung eine trockene Landschaft formte, könnte auch Einfluss auf die Anpassung der Affen - unseren ersten Vorfahren - gehabt haben.

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