Vulkanausbruch

Der Vulkan Grímsvötn könnte bald ausbrechen

Dennis L.

Vulkanologen haben beim Vulkan Grímsvötn bereits eine erhöhte seismische Aktivität festgestellt. Zudem weisen auch diverse andere Faktoren auf einen bevorstehenden Ausbrauch des isländischen Vulkans hin.

Grímsvötn (Island). Der isländische Vulkan Grímsvötn war zuletzt im Jahr 2011 ausgebrochen. Kleinere Ausbrüche des süd-östlich gelegenen und rund 1.725 Meter hohen Vulkans gab es davor in den Jahren 1998 und 2004. Der Geologe Magnús Tumi Guðmundsson befürchtet, dass der Vulkan nun wieder erneut ausbrechen könnte. Er schätzt sogar, dass es bereits in wenigen Monaten wieder soweit sein könnte. Aus geologischer Sicht spricht alles dafür:

  • erhöhte seismische Aktivität des Vulkans
  • erhöhte Erdwärme in der Nähe des Vulkans
  • vermehrtes Ausströmen von Gasen rund um und im Vulkankrater

Geologen konnten messen, dass die seismische Aktivität des Vulkans in diesem Jahr gestiegen ist. Zudem hat eine Gruppe aus Wissenschaftlern der Vulkanabteilung beim isländischen Wetterdienst, die kürzlich in der Region unterwegs war, austretende Gase am Vulkan beobachten können. Laut dem Experten Magnús sind dies Anzeichen dafür, dass der Vulkan nun die letzte Phase seiner Ruhephase erreicht hat. Hinzu kommt die erhöhte Erdwärme, die den Grímsvötn-Gletscher schneller wandern lässt.

Gletscherwasser muss genau beobachtet werden

„Jetzt ist es so, dass der Wasserstand in den Grímsvötn ziemlich hoch ist. Wenn das Waser abläuft, müssen wir diesbezüglich sehr wachsam sein und das Vorgehen genau beobachten. Dies könnte ein klares Anzeichen sein, dass der Grímsvötn unmittelbar ausbricht.“

Magnús Tumi Guðmundsson ist der Ansicht, dass es sich bei dem nächsten Ausbruch um einen normalen Vulkanausbruch handelt. Die mit dem Ausbruch im Zusammenhang stehende Wasserfluten würden sich den Gígjukvísl hinunter auf die Sanderfläche Skeiðarársandur ergiessen. Der Geologe vermutet, dass es in wenigen Monaten, vielleicht sogar Wochen, bereits soweit sein könnte.

Schlimmer als Eyjafjallajökull

Der Vulkanausbruch im Jahr 2011 hatte damals große Mengen an vulkanischer Asche produziert, welche die Region unterhalb des Vatnajökull komplett bedeckte. Die Aschemenge dieses Ausbruchs war sogar größer als die aus dem Ausbruch des Eyjafjallajökull im Jahr davor.

Viele Landwirte waren damals von dem Vulkanausbruch schwer betroffen. Die Felder wurden damals unter einer so dicken Ascheschicht begraben, dass eine Heuernte für das Vieh unmöglich war. Zudem mussten sie Pferde und Schafe in absoluter Dunkelheit zurück in die Stallungen führen, da die Asche die Sonne verdunkelte und die Tiere draußen nichts mehr zum fressen fanden.

Der insgesamt sieben Tage dauernde Ausbruch hatte aber nicht nur regionale Folgen für die Farmer. Damals störte auch dieser Vulkanausbruch den internationalen Flugverkehr erheblich. Grímsvötn zählt zudem mit zu den am häufigsten ausbrechenden Vulkanen Islands.

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