Von: Dennis L.
Neue Schätzung

Was wiegt das gesamte Leben auf der Erde?

Forscher und Biologen haben das Gesamtgewicht allen Lebens auf der Erde berechnet und herausgefunden, dass ältere wissenschaftliche Schätzungen falsche Grundlagen zur Berechnung nutzen.

Teil des Lebens: Eine Affenfamilie.
© mdemon / wikipedia.org

Potsdam (Deutschland). Eine deutsch-amerikanische Forschungsgruppe, unter der Leitung von Jens Kallmeyer von der Universität Potsdam, hat in den letzten sechs Jahren das Gewicht des Lebens auf der Erde neu berechnet. Grund zur Neuberechnung waren Sedimentbohrkerne aus dem Meer, welche alle aus Küstennahen Gewässern entnommen wurden. Ältere wissenschaftliche Schätzungen haben anhand dieser Bohrkerne das Leben im Meer auf ca. 300 Milliarden Tonnen Kohlenstoff geschätzt, jedoch ist die Besiedelungsdichte in Küstennähe erheblich höher als in den Tiefen der Ozeane. Durch die Neuberechnung anhand von neuen Sedimentbohrkerne aus tiefen, küstenfernen Gewässern ergab sich ein neues Gewicht des Lebens im Meer von nur 4 Milliarden Tonnen Kohlenstoff. Die Nährstoffarmut, welche in den weiten der Meere herrscht, sorgt dafür, dass dort wesentlich weniger Organismen zu finden sind als in Küstennähe, so die Forscher. Neben der Neuberechnung zum Gewicht des Lebens im Meer, wurde natürlich auch das Gewicht allen Lebens an Land neu berechnet. Auch wenn das neue Gewicht ebenfalls nur eine Schätzung ist, so ist diese doch erheblich genauer als ältere Schätzungen zum Gesamtgewicht des Lebens, so Kallmeyer. 700 Milliarden Tonnen Kohlenstoff wiegt alle Arten auf der Erde, dies ist das Gewicht, welches unter addition aller untersuchten Elemente hinter dem Gleichheitszeichen steht.

Der neu errechnete Wert der gesamten Biomasse sei damit rund ein Drittel kleiner, als die errechneten Ergebnisse älterer Untersuchungen. Da die Erforschung des Meeresboden in großen Tiefen jedoch noch in den Kinderschuhen stecke und man nicht mit Sicherheit sagen könne wie viel Leben sich tatsächlich in großen Tiefen entwickelt hat, seien die neu gewonnen Daten in ein paar Jahrzehnten erneut zu überprüfen, so Kallmeyer.

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