Von: Dennis L.
Pseudoliparis swirei

Forscher finden am tiefsten lebende Fisch-Art im Marianengraben

Einem Forscherteam der University of Washington ist ein ganz besonderer Fang gelungen: Sie haben im Marianengraben in 8.134 Metern Tiefe einen bisher unbekannten Fisch gefangen. Dieser trägt jetzt den Namen Pseudoliparis swirei und ist die bisher am tiefsten lebende bekannte Fischart.

Der Pseudoliparis swirei ist die am tiefsten leben Fischart.
© Adam Summers / University of Washington

Washington (U.S.A.). Der Marianengraben, im westlichen Pazifischen Ozean, ist mit rund 11.000 Metern die tiefste Stelle der Weltmeere. Bei Tauchexpeditionen an diesen unwirklichen und weitestgehend unerforschten Ort, konnten die Wissenschaftler nun eine bisher noch nicht bekannte Art entdecken. Der neu entdeckte Fisch, der auf den Namen Pseudoliparis swirei getauft wurde, ging dem Forschern mit speziellen Tauchfallen in Netz.

Die Ergebnisse hat das Team um Mackenzie Gerringer von der University of Washington im Fachjournal Zootaxa vorgestellt.

Der zweite Teil des Namens swirei wurde zu Ehren des Offiziers Herbert Swire gewählt. Swire arbeitete an der Bord HMS Challenger und entdeckte in den 1870er Jahren den Marianengraben. Pseudoliparis bezeichnet die Scheibenbäuche, eine Gattung von Fischen die in kalten Gewässern leben und der Wissenschaft schon lange bekannt ist.

DNA-Analyse mit Überraschungen

Gerringer war nach dem Fang schnell klar, dass der Fisch den "Marianengraben-Scheibenbäuchen" zuzuordnen ist. Dass es sich um eine neue entdeckte Spezies handelt, haben die Forscher jedoch erst nach einer DNA-Analyse und computertomographische Aufnahmen des Skeletts sowie des weichen Gewebes feststellen können.

Bei mehreren Tauchexpeditionen in den Jahren 2014 und 2017 wurden insgesamt 37 Fische ins teils enormen Tiefen in die Falle gelockt. Um im Marianengraben zu arbeiten, hat das Team eine spezielle Sonde, die sowohl Fotos machen als auch Lebewesen aufsammeln kann, eingesetzt. Die Fallen wurden dann am Meeresboden positioniert. Sobald ein Tier sich in die Falle bewegt, kann per Funksignal Ballast abgeworfen werden und die Falle steigt langsam an die Meeresoberfläche auf. Pseudoliparis swirei wurde in Tiefen von etwa 6.900 bis 8.000 Meter gefangen, das für den Rekord verantwortliche Exemplar lebte sogar in einer Tiefe von 8.134 Metern.

Trotz des enormen Drucks in solchen Wassertiefen wirken die Tiere sehr zerbrechlich. Der Körper der Fische ist durchsichtig und sie haben keine Schuppen. Die Forscher vergleichen den Druck, dem die Fische ständig ausgesetzt sind, mit einem Elefanten der auf einen Daumen tritt. Die unwirtliche Umgebung in der keine bekannten Raubfische leben sorgt dafür, dass der Scheibenbauch in großer Zahl auftritt. Laut Gerringer lebt der Fisch in seiner stets dunklen Umgebung "sehr glücklich". Der Pseudoliparis swirei ernährt sich vom winzigen Krebsen, die er mit seinem Maul aufsaugen kann.

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