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Von: Andreas S.
Mit Hilfe von Farbstoffen

Erbsenläuse nutzen Photosynthese

Forscher entdecken, dass Erbsenläuse Carotinoide, eine Gruppe von Farbstoffen, selbst produzieren können und diese für die Photosynthese nutzen. Was in der Pflanzenwelt normal ist, ist in der Tierwelt äußerst ungewöhnlich.

Die Erbsenlaus nutzt Carotinoide zur Photosynthese.
© Shipher Wu / wikipedia.org

Sophia Antipolis (Frankreich). Es ist eine Gruppe von Farbstoffen (sogenannte Carotinoide), welche bei Pflanzen dafür sorgen, dass das Sonnenlicht so absorbiert wird, das dies für die Photosynthese genutzt werden kann. Französische Biologen konnten die Carotinoide nun auch in der Erbsenlaus (Acyrthosiphon pisum) nachweisen. Für viele Insekten ist dies nicht ungewöhnlich, da diese Carotinoide durch ihre pflanzliche Nahrung aufnehmen, doch alleine die Erbsenlaus ist durch Ihre Gene in der Lage Carotinoide selbst zu produzieren.

Die Erbsenlaus kann mit der Hilfe der Carotinoide Lichtenergie in chemisch gebundene Energie umwandeln, berichten die Biologen im Fachblatt Nature. "Wir haben feststellen können, dass die Absorption von Lichtenergie in lebenden Erbsenläusen einen Elektronentransport von angeregten Pigmenten auf Akzeptormoleküle zur Folge hat", erklärt Alain Robichon vom Institut Sophia Agrobiotech in Sophia Antipolis. Welche Funktionen und biologischen Vorteile mit der tierischen Photosynthese verbunden sind, ist derzeit noch unbekannt. Zukünftigen Untersuchungen sollen Licht ins Dunkle bringen und viele offene Fragen klären.

Die Forscher steuerten durch Lichtintensität, Temperaturen und Populationsgrößen die Farben gezüchteter Erbsenläuse. Die farblichen Varianzen reichten dabei von hellgrün bis hin zum blassen gelb. Dabei konnten Robichon und sein Team Carotinoide in allen Erbsenläusen nachweisen, jedoch nur bei den grünen und orangen Läusen fand sich eine hohe Anzahl der Farbstoffe. Je blasser die Erbsenläuse sind, desto weniger können Sie Carotinoide produzieren. Untersuchungen mit Hilfe von Spektralanalysen ergaben, dass nur die Organismen der grünen und der orangen Läuse eine körperliche Reaktion auf das Sonnenlicht zeigten. Ein Teil der Lichtreaktion besteht aus einem Elektronentransport auf organischen Verbindungen und aus der Produktion der energiereichen Verbindung Adenosintriphosphat in den Mitochondrien.

Die Biologen nehmen an, dass die Erbsenlaus im Laufe der Evolution die Gene für die Carotinoidenproduktion durch Ihre Nahrung in ihr eigenes Erbgut eingebaut hat. Ob die Erbsenlaus durch die Möglichkeit der Photosynthese tatsächlich einen Vorteil gegenüber anderen Läusearten hat, sollen nun weitere Untersuchungen zeigen.

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