Rote Liste

Der Feldhamster ist vom Aussterben bedroht

Dennis L.

Industrielle Landwirtschaft und die Isolierung der Lebensräume machen dem Feldhamster weltweit stark zu schaffen. Im gesamten Verbreitungsgebiet, vom Elsass bis nach Sibirien, ist der kleine Nager mittlerweile vom Aussterben bedroht.

Gland (Schweiz). Der Feldhamster ist mittlerweile eines der seltensten Tiere Europas. Noch in den Fünfzigerjahren Jahren waren die Nager so zahlreich, dass sie als Schädling für die Landwirtschaft eingestuft wurden. Die Weltnaturschutzunion (IUCN) hat den Feldhamster jetzt in die Rote Liste aufgenommen. Ohne grundlegenden Wandel wird der Architekt unter dem Acker in den nächsten 30 Jahren aussterben.

Der Feldhamster (Europäische Hamster) ist in der EU bereits streng geschützt. Seine Bestände in West- und Mitteleuropa schrumpften dennoch weiter bedrohlich. Naturschützer waren bisher davon ausgegangen, dass der Feldhamster in Osteuropa noch weiter verbreitet ist. Doch auch hier sind die Tiere neusten Studien nach großräumig verschwunden.

Was macht dem Feldhamster besonders zu schaffen?

Intensivlandwirtschaft mit Monokulturen und Isolierung der Lebensräume zerstört die Lebensgrundlage der Tiere. Die Isolierung der Lebensräume führt zu Inzucht, der Hamster wird anfällig für Krankheiten. Treibhauseffekt und Lichtverschmutzung stören die innere Uhr des Feldhamsters. Er beginnt später mit der Fortpflanzung und bekommt weniger Jungtiere. Die Nachzucht von Feldhamstern ist anspruchsvoll und schwierig, weiß der Biologe Dr. Ulrich Weinhold, Leiter der Aufzuchtstation für Feldhamster im Heidelberger Zoo.

Viele andere Tiere sind auch vom Aussterben bedroht

Auch der Atlantische Nordkaper (Right Whale) ist vom Aussterben bedroht. Noch etwa 250 Exemplare dieses Glattwals (einst waren es über 100.000 Tiere) leben im Nordatlantik. Er war einst die dominierende Walart in dieser Region. Die intensive Jagd reduzierte seine Bestände, jetzt gefährden Kollisionen mit Schiff die letzten verbleibenden Exemplare. Die Tiere leben an der Küste, ihre Wanderrouten führen sie regelmäßig doch stark befahrene Gewässer. Zudem verfangen sich die großen Meeressäuger immer wieder in Fischernetzen.

Der Artenschwund findet überall statt: Auf der Erde, in den Meeren und hoch in der Luft. So stehen beispielsweise in Drittel aller Lemurenarten an der Schwelle zur Ausrottung. Lemuren gibt es nur auf Madagaskar. Sie leben im Regenwald, durch die Abholzung verschwindet ihr Lebensraum. Die Abholzung der Regenwälder und die Jagd auf die Lemuren sind die Hauptursache für den dramatischen Rückgang.

Laut Tierschützern ist die Liste mit Arten, die schon in wenigen Jahren nicht mehr existieren, erschreckend lang. An der Ausrottung trägt der Mensch die Schuld. Sein Verhalten und Umgang mit der Natur hat schon unzählige Tiere getötet, die Ausrottung ganzer Arten verursacht und das Klima auf der Erde verändert. Ein wirkliches Umdenken ist leider noch nicht in Sicht.

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