Zur mobilen Website wechseln?

Duftrezeptor Ir8a

Biologen finden heraus, wie Mücken ihre Opfer finden

Biologen haben einen wichtigen Mechanismus bei Mücken ausfindig machen können, der sie ihre Opfer finden lässt. Durch das Ausschalten eines bestimmten Duftrezeptors verringert sich die Stechaktivität um rund 50 Prozent.

Miami (U.S.A.). Hier zu Lande gelten Mücken in erster Linie als lästig und hinterlassen in der Regel nach einem Stich eine gerötete und juckende Stelle auf der Haut. In südlicheren Regionen der Erde jedoch kann ein Stich dieser Insekten mit dem Tod enden. Mücken bzw. Moskitos sind Hauptüberträger zahlreicher lebensbedrohlichen Krankheiten wie beispielsweise Gelbfieber oder Malaria. Aus diesem Grund wird weltweit nicht nur an günstigen und wirkungsvollen Medikamenten gegen diese Krankheiten geforscht, es wird auch auf anderen Wegen versucht, diese Krankheiten einzudämmen. Neben der genetischen Manipulation der Mücken, versuchen Forscher auch neue und effektivere Antimückenwirkstoffe zu entwickeln.

So haben US-amerikanische Biologen bei ihren aktuellen Forschungen den Ansatz verfolgt, die Mücken ihre menschlichen Wirte erst gar nicht finden zu lassen. Es ist bereits seit einigen Jahren bekannt, dass Stechmücken ihre Opfer durch ausgeatmetes Kohlendioxid, verschiedene Körpergerüche, Feuchtigkeit, abgestrahlte Wärme und durch verschiedene optische Reize ausfindig machen. Jedoch ist der dahinterstehende hochkomplexe Mechanismus der Insekten noch weitestgehend unbekannt.

Menschlicher Säuregeruch auf der Haut

Der Forscher Matthew DeGennaro und seine Kollegen von der Florida International University ist es nun gelungen einen ganz direkten Signalweg der weiblichen Gelbfiebermücke (Aedes aegypti) zu entschlüsseln. Sie fanden heraus, dass der olfaktorische Ko-Rezeptor Ir8a es der weiblichen Mücke ermöglicht, die Duftstoffe der Milchsäure auf menschlicher Haut zu lokalisieren.

Deaktivieren die Biologen das Ir8a Gen der Mücken, sinkt deren Stechaktivität um rund 50 Prozent, wie die Forscher im Fachjournal Current Biology ausführlich berichten. Diese Erkenntnis könnte laut Aussagen der Forscher dazu beitragen, dass schon bald effektivere Antimückenwirkstoffe entwickelt werden können. „Gerüche, die den Ir8a-Signalweg stören, könnten ein wirkungsvoller Zusatz zu den bisherigen Repellentien sein“, erklärt DeGennaro.

Natürlich muss es noch weitere Rezeptoren geben, welche die Mücken den Menschen gezielt finden lassen. Doch die Erforschung und sichere Identifizierung dieser Rezeptoren und komplexen Mechanismen bedeutet noch viele Jahre harte Arbeit, so die Forscher.

0 Kommentare

Schreib uns deine Meinung
Diese Seite ist geschützt durch reCAPTCHA und es gelten folgende Datenschutzerklärung und Nutzungsbedingungen von Google.