Deutlich mehr Galaxien

Zwei bisher unsichtbare Galaxien am Rande des Universums entdeckt

Dennis L.

Bereits kurz nach dem Urknall könnte es laut neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen deutlich mehr Galaxien gegeben haben als bisher angenommen. Grund für diese Spekulation sind zwei neu entdeckte Galaxien in rund 29 Milliarden Lichtjahren Entfernung, die bisher unsichtbar waren.

Genf (Schweiz). Ein Team von Astronomen hat mit dem europäischen Radioteleskop ALMA zwei weit entfernte Galaxien im frühen Universum entdeckt. Sie sind 29 Milliarden Lichtjahre entfernt und konnten nur mit Radiowellen beobachtet werden, da ihr Licht auf dem Weg zur Erde von einer dicken Schicht kosmischen Staubs verschluckt wurde. Aus diesem Grund sind die beiden Galaxien auch für das Weltraumteleskop Hubble unsichtbar.

Die Forschungsergebnisse legen nahe, dass das Universum 10 bis 20 Prozent mehr Galaxien enthalten könnte, als wir derzeit mit unseren Teleskopen sehen können. Diese Erkenntnis hat Auswirkungen auf die Theorien zur Galaxienbildung und könnte Astronomen dabei helfen, das Universum besser zu verstehen.

Das James-Webb-Weltraumteleskop soll noch einmal genau hinsehen

Yoshinobu Fudamoto von der Universität Genf erklärt im Fachmagazin Nature: „Die beiden Galaxien, die zuerst mit ALMA (Atacama Large Millimeter/submillimeter Array) entdeckt wurden, erhielten die Namen REBELS-12-2 und REBELS-29-2. Wir wurden auf sie aufmerksam, als wir Galaxien analysierten, die wir bereits von Hubble-Bildern kannten. Zwei von ihnen hatten in den ALMA-Daten einen Nachbarn, der auf den Hubble-Bildern nicht sichtbar war. Bei einer weiteren Analyse hätten sie erkannt, dass es sich um echte Galaxien handelt, die für Hubble völlig unsichtbar waren. Das Licht der beiden Galaxien ist also 13 Milliarden Jahre zu uns unterwegs, durch die Expansion des Kosmos sind sie inzwischen 29 Milliarden Lichtjahre von uns entfernt. Sie schätzen, dass es sich dabei keineswegs um Einzelfälle handelt.“

Astronomen des Niels-Bohr-Instituts in Dänemark berichten, dass das James-Webb-Weltraumteleskop in der Lage ist, das frühe Universum mit einer deutlich besseren Auflösung als Hubble zu untersuchen. Der Hauptautor der Studie, Professor Peter Sorte Jensen, erklärt, dass dies enorm wichtig ist, da es derzeit noch viele unbeantwortete Fragen darüber gibt, wie sich Galaxien zu ihrer heutigen "erwachsenen" Form entwickelt haben. Es gibt auch viele Lücken in unserem Verständnis der Entstehung des Kosmos. Die Informationen, welche Astronomen mit dem James-Webb-Weltraumteleskop sammeln werden, werden vielleicht auch die Frage beantworten können, wie viele Galaxien es im Universum tatsächlich gibt und wann die ersten Galaxien wirklich entstanden sind.

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