Suche an den Polen

Sherpa und Crex suchen Wasser auf dem Mond

D. Lenz

Das Robotergespann Sherpa und Crex soll am Südpol des Mondes nach gefrorenem Wasser suchen. Die Existenz von Wasser auf dem Mond würde der Raumfahrt völlig neue Perspektiven eröffnen, wie zum Beispiel den Bau einer festen Raumstation auf dem Mondoberfläche.

Bremen (Deutschland). Wie das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) mitteilte, könnte ein in Bremen entwickeltes Robotergespann am Südpol des Mondes nach gefrorenem Wasser suchen. Die zwei Roboter Sherpa und Crex bilden eine Einheit. Sherpa ist ein vierrädriger Mondrover, der den sechsbeinigen Kletterroboter Crex zum Rand der tiefen Mondkrater am Südpol fahren wird. Dort wird Crex von Sherpa abgesetzt und geht, wie eine Spinne, auf Erkundungstour.

Wie Projektleiter Prof. Frank Kirchner mitteilte, wurde das 3,7 Million Euro teure Roboterteam vom Bundeswirtschaftsministerium mitfinanziert. Ausgiebige Testfahrten absolvierten Sherpa und Crex bereits auf einer 288 Quadratmeter großen Übungslandschaft, die der Mondoberfläche sehr ähnlich ist.

Im Jahr 2009 wurde bereits nachgewiesen, dass auf dem Mond gefrorenes Wasser existiert. Durch die Nutzung des Mondwasser entstehen der Raumfahr völlig neue Möglichkeiten. So könnte das Wasser beispielsweise aufgetaut werden und in einer festen Mondbasis genutzt werden. Auch die Zerlegung in Wasserstoff und Sauerstoff wäre denkbar. Die Elemente könnte als Treibstoff und als Atemluft für Astronauten genutzt werden.

"Sherpa und Crex können wie ein einziges System agieren, arbeiten aber im getrennten Zustand völlig unabhängig voneinander", erklärt Florian Cordes. Dadurch können sich die beiden Roboter Informationen und Energie teilen. So kann der 160 Kilogramm schwere Mondrover Sherpa beispielsweise seinem 27 Kilogramm leichten Begleiter befehle erteilen.

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