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Kometenlandung

Rosetta findet fünf mögliche Landeplätze auf Kometen P67

Wissenschaftler der ESA haben auf dem Kometen P67/Tschurjumow-Gerassimenko fünf mögliche Landeplätze für Philae, dem Landegerät der Raumsonde Rosetta ausgemacht.

Toulouse (Frankreich). Die europäische Weltraumorganisation (ESA) will voraussichtlich am 11. November 2014 mit der Landeeinheit Philae der Raumsonde Rosetta auf dem Kometen P67/Tschurjumow-Gerassimenko (kurz Tschuri) erstmals eine Landung auf einem Kometen durchführen und zahlreiche Analysen zur Zusammensetzung machen. Dafür haben Wissenschaftler und Ingenieure nun fünf mögliche Landeplätze ausgemacht.

"Natürlich hat jede Stelle das Potenzial für einzigartige wissenschaftliche Entdeckungen", betonte Philae-Projektleiter Stephan Ulamec. Jeder der fünf Plätze ist sowohl für Philae erreichbar und bietet gute Möglichkeiten die Zusammensetzung und Aktivität des Kometen zu untersuchen.

Die Auswahl der Landeplätze

Die ESA-Experten hatten ursprünglich zehn Landeplätze für Philae zur Auswahl. In der engeren Wahl sind nun drei Landeplätze auf dem kleineren Teil des Kometen und zwei auf dem großen Teil.

Die anderen Landeplätze kamen bei näherer Betrachtung nicht mehr in Frage, da nicht nur die Beschaffenheit und Struktur des Bodes unpassend war, sondern auch die Lage zur Sonne die der Komet am 11. November haben wird. Die Landeeinheit benötigt mindestens sechs Stunden Sonnenlicht um alle zehn Messgeräte einsetzen zu können. Dies war bei den ausrangierten Landeplätzen nicht gegeben.

Die Landeeinheit Philae besitzt eine Akkukapazität von lediglich 64 Stunden. Nur mit Hilfe des Sonnenlichtes ist Philae in der Lage alle geplanten Messungen durchzuführen.

Eine Überraschung nach der Nächsten

Die Wissenschaftler in Toulouse und in Darmstadt haben große Augen gemacht, als sie vor einigen Tagen feststellten, dass P67/Tschurjumow-Gerassimenko doch größer als bisher angenommen war. Auch die Ergebnisse der neuesten Vermessungen war für die Wissenschaftler eine große Überraschung: So musste die Masse von P67/Tschurjumow-Gerassimenko auf rund 10 Trillionen Kilogramm nach oben korrigiert werden. Damit ist der Komet gut dreimal so schwer wie bisher angenommen. Die überraschend hohe Masse zeigt allerdings, dass es sich bei P67/Tschurjumow-Gerassimenko um mehr als bloß um einen schmutzigen Schnellball handeln muss.

Die letzten Kilometer bis zum Kometen

Bis Rosetta die Landeeinheit Philae absetzen kann, müssen allerdings noch 72 Millionen Kilometer im Tandemflug zurück gelegt werden. Anfang September wird Rosetta den Orbit des Kometen erreichen und sich bis auf 30 Kilometer der Kometenoberfläche nähern. Rosetta soll dann alle fünf Landeplätze auf den Zentimeter vermessen und eventuelle Unebenheiten im Boden feststellen um den perfekten Landeplatz für Philae zu finden.

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