Von: Dennis L.
Bisher keine Erklärung

Radioteleskop empfängt rätselhafte periodische Signale von nahem Stern

Astronomen haben mit einem der größten Radioteleskope der Welt periodische Signale von dem 10,89 Lichtjahre entfernten Stern Ross 128 aufgezeichnet. Bisher haben die Wissenschaftler jedoch keine Erklärung für den Ursprung der Signale.

Rätselhafte Signale von Ross 128.
© H. Schweiker / wikipedia.org

Arecibo (Puerto Rico). Das Radioteleskop des Arecibo-Observatoriums in Puerto Rico gehört mit 305 Metern Durchmessern zu den größten seiner Art. Mit einem anderen Teleskop hätten die Signale auch nicht aufgenommen werden können, da sie zu schwach sind, erklärt Abel Mendez von der University of Puerto Rico im Planetary Habitability Laboratory. Mendez und seine Kollegen haben von dem 10,89 Lichtjahre entfernten Roten Zwergstern Ross 128 im Sternbild Jungfrau rätselhafte quasiperiodische Impulse aufgenommen. Die Ursache der Signale ist derzeit noch völlig unklar und auch wenn es drei Theorien gibt – so richtig passt keine.

Die Astronomen haben im Rahmen der Red Dot Kampagne, deren Ziel es ist, bisher unentdeckte erdähnliche Exoplaneten aufzuspüren, das rätselhafte Signal von Ross 128 entdeckt. „Die Signale bestehen aus breitbandigen, quasiperiodischen und unpolarisierten Impulsen mit sehr starken Streuuungsmerkmalen“, so Mendez.

Dass es sich bei den Signalen um Interferenzen einer irdischen Quelle handelt, halten die Astronomen für sehr unwahrscheinlich, da sich die Ausstrahlung auf Ross 128 konzentriere und abseits des Sterns nichts registriert wurde. Dennoch muss das rätselhafte Signal nicht unbedingt künstlichen Ursprungs sein. Derzeit gibt es, neben der Alien-Theorie, drei weitere Theorien – auch wenn keine wirklich passt.

Mögliche Ursachen des Signals von Ross 128

Eine Möglichkeit für die Signale wären ein spezieller Flare. Vergleichbare stellare Eruptionen besitzen allerdings eine bedeutend niedrigere Frequenz und auch das Streuungsmuster des Signals passt nicht so ganz zu dieser Theorie.

Das Signal könnte aber auch gar nicht von Ross 128 stammen, sondern von einem astronomischen Objekt in der unmittelbaren Umgebung bzw. von einem Objekt im Beobachtungsausschnitt. „Jedoch gibt es dafür keinerlei Anhaltspunkte“, so Mendez.

Die letzte Theorie bezieht sich noch einmal auf eine irdische Quelle bzw. eine von Menschen geschaffene. So könnte auch ein Satellit mit sehr hoher Umlaufbahn das Signal verursacht haben. „Solche Radioimpulse haben wir allerdings bisher noch nie von einem Satelliten beobachtet“, erklären die Astronomen um Mendez.

Erneute Untersuchung von Ross 128

Bereits am 16. Juli haben die Astronomen das Arecibo-Teleskop erneut auf Ross 128 ausgerichtet. Zudem haben sich sieben weitere Teleskope, welche in der Lage sind das schwache Signal aufzuzeichnen, dazu geschaltet. Die Auswertung der Daten läuft noch und die ersten Ergebnisse werden wohl zeitnah veröffentlicht.

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