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Cannae-Antrieb

Neuer Raketenantrieb liefert Schub ohne Treibstoff

Die US-Raumfahrtbehörde NASA testet derzeit ein neuartiges Raketentriebwerk, dass ohne herkömmlichen Treibstoff auskommt. Damit widerspricht sie Newtons drittes Gesetz, welches vereinfacht besagt: Wenn man vorwärts fliegen will, muss hinten auch was raus kommen.

Washington D.C. (U.S.A.). Im Jahr 1687 stellte Isaac Newton sein Gesetz zum Wechselwirkungsprinzip auf. So erzeugt jede Aktion eine gleich große Reaktion. Mit diesem Wissen gelingt es beispielsweise Raketen vom Erdboden in den Weltraum zu schicken. Der Raketenantrieb schickt den Treibstoff Richtung Boden, als Reaktion darauf hebt die Rakete in die entgegengesetzte Richtung ab. Der große Nachteil ist, dass der Treibstoff ein Eigengewicht besitzt und so muss zusätzlicher Treibstoff mitgeführt werden, der nicht nur das Gewicht der Rakete, sondern auch das Gewicht des Treibstoffs befördert. Aus diesem Grund sind die Treibstofftanks von Raketen auch so riesig und der Treibstoff, durch seine große Menge, so teuer.

Die NASA führt derzeit Versuche an einem neuartigen Raketenantrieb durch, der dem Wechselwirkungsprinzip zu widersprechen scheint. In den Eagleworks Laboratories ist es gelungen Schub ohne Treibstoff zu erzeugen – wenn auch in bisher nur sehr geringen Mengen. So konnten mit dem Cannae-Antrieb zwischen 30 und 50 Mikronewton Schub erzeugt werden, heißt es in einem offiziellen technischen Bericht der NASA.

Cannae-Antrieb nutzt Mikrowellen

Im Vergleich zu herkömmlichen Raketenantrieben, wie beispielsweise der Saturn V Rakete mit der damals die Apollo-Astronauten zum Mond flogen, ist der mit dem Cannae-Antrieb erzeugte Schub zwar nicht der Rede wert, aber es ist ein Schritt in eine völlig neue Richtung der Antriebstechniken. Zum vergleich: Die Saturn V Rakete erzeug beim Start einen Schub von rund 33.851.000 Newton, der Cannae-Antrieb lediglich 0,00003 bis 0,00005 Newton.

Statt herkömmlichen Treibstoff nutzt der Cannae-Antrieb Strom der in Mikrowellen umgewandelt wird. Diese bewegen sich in einem speziellen Container hin und her, was zu einem Unterschied im Strahlungsdruck führt. So kann der neuartige Antrieb zielgerichteten Schub erzeugen. Und anders als bei herkömmlichen Raketentreibstoffen, gehen die Mikrowellen nicht verloren, sondern bleiben in dem speziellen Behälter.

Der EmDrive legte den Grundstein

Bereits vor einigen Jahren entwickelte der Brite Roger Shawyer einen ähnlich funktionierenden Antrieb mit dem Namen EmDrive. Damals konnte er allerdings niemanden für sein Projekt überzeugen, so dass es letztendlich in der Schublade verschwand. Vor ein paar Jahren haben sich chinesische Wissenschaftler nun doch an die Umsetzung des EmDrives gesetzt und damit einen Schub von erstaunlichen 720 Millinewton erzeugen können. Dieser Schub würde zwar immer noch nicht für Raketenstarts ausreichen, aber führ Kurskorrekturen Solarbetriebener Satelliten.

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