Umstrittenes Projekt

Neue Botschaft an außerirdisches Leben

D. Lenz

Sind wir alleine im Universum? Seit Jahrzehnten suchen Astronomen eine Antwort auf diese Frage. Nun wollen Forscher erstmals großflächig eine gezielte Botschaft von uns Menschen in All senden – in der Hoffnung, dass sie jemand hört.

(Kanada). Unsere Milchstraße besitzt rund 100 Milliarden und ist nur eine von etwa 150 Milliarden Galaxien im Universum. Einige Wissenschaftler, darunter auch der bekannte Astrophysiker Stephen Hawking, halten es für höchst unwahrscheinlich, wenn wir tatsächlich das einzige intelligente Leben in den Weiten des Kosmos wären.

Wissenschaftler des SETI-Instituts (Search for Extraterrestrial Intelligence) planen nun erstmals eine großflächige und gezielte Botschaft von der Erde in Weltall zu senden – in der Hoffnung eine Antwort zu erhalten. Dazu wollen die Wissenschaftler das Signal mit mehreren großen Radioteleskopen zu hunderte Sonnensysteme in der Nähe schicken. Viele Forscher sind der Meinung, dass dies – auch wenn wir keine Antwort erhalten – ein großer Schritt zur Erforschung des Weltraums ist.

Wenn alle nur horchen anstatt zu senden, finden wir uns nie

Der Gedanke hinter diesem Projekt hat durchaus seine Berechtigung. Denn bisher haben wir Jahrzehnte nur nach Signalen anderer Zivilisationen gesucht. Wenn allerdings alle nur suchen anstatt selbst zu senden, dann werden wir wohl nie andere intelligente Völker im Universum finden.

Dies kritisierte bereits auch vor Jahren deutsche Astrophysiker Harald Lesch. Seine Hypothese: Eine so weit entwickelte Spezies wird garantiert auch über gesellschaftliche Strukturen verfügen. Damit verbunden ist auch die Finanzierung solcher leistungsstarken Radioanlagen. In Zeiten von Finanzkrisen und Refinanzierungen, die wir nur zu gut kennen, ist es einfacher nur zu lauschen, anstatt selbst aktiv zu senden.

Über das Thema wird auch bei der nächsten jährlichen Konferenz der American Association of Advancing Science diskutiert werden.

Sobald das Projekt gestartet ist, kann die Botschaft in einem Umkreis von 20 Lichtjahren empfangen werden. "Dort draußen könnten viele Zivilisationen existieren“, betont Astrophysiker und SETI-Chef David Black.

Ein ähnliches Projekt gab es bereits im Jahre 1974 – wenn auch im kleineren Maßstab. Damals sendete ein Radioteleskop in Puerto Rico ein einfaches Bild an einen 21.000 Lichtjahre entfernten Sternenhaufen.

Andere Forscher warnen vor diesem Projekt

Das Projekt wird nicht von allen Forschern positiv gesehen. Auch Stephen Hawking, der zwar überzeugt ist, dass es noch anderes intelligentes Leben im Weltall gibt, sieht das Projekt kritisch.

Die Botschaft kann eine Einladung an ungebetene Gäste sein. Hawking nennt in diesem Zuge gerne das Beispiel der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus – nur das wir die Indianer sind.

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