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Leben im All

Lebendes Plankton an der Außenhülle der Raumstation ISS gefunden

Russische Kosmonauten machen bei einem Außeneinsatz eine überraschende Entdeckung: Plankton auf der Außenhülle der ISS. Es stellt sich die Frage wie diese Mikroorganismen dorthin kommen konnten?

Korolev-Moskau (Russland). Die ISS beheimatet mehrere Astronauten gleichzeitig. Forscher unterschiedlicher Nationen leben dort gemeinsam auf engstem Raum und führen dort verschiedene Experimente unter besonderen Bedingungen durch. Bereits im letzten Jahr installierten die russischen Kosmonauten Oleg Artemjew und Alexander Skworzow einen besonderen Satelliten. Bei einem weiteren Ausflug ins All sollten sie eine Probe des kosmischen Staub von der Außenhülle der Raumstation aufnehmen und für weitere Untersuchungen sicherstellen. Das Ergebnis der Probenuntersuchung ist sensationell: Der kosmische Staub beinhaltet Spuren von Plankton - Mikroorganismen und Lebensformen, die in dieser Form auch auf der Meeresoberfläche vorkommen.

Irdisches Leben unter lebensfeindlichen Bedingungen

Wie das Plankton ausgerechnet an diesen lebensfeindlichen Ort kommen konnte, ist noch nicht bekannt. Bei der Entdeckung handelt es sich nicht um außerirdisches, sondern um irdisches Leben. Nicht weniger aufregend ist aber die Tatsache, dass das Plankton trotz der lebensfeindlichen Umgebung am Leben war. Der Leiter der russischen ISS-Mission Orbital, Wladimir Solowjew sprach gegenüber der Nachrichtenagentur ITAR-TASS von der großen Bedeutung des Fundes. Obwohl die Herkunft der Lebensform bislang noch nicht nachgewiesen werden konnte, wird davon ausgegangen, dass das Plankton, sowohl die Reise in den Weltraum überlebt, und den Zeitraum von mehreren Jahren im Weltraum unbeschädigt überdauert hat. Die Untersuchungen deuten sogar darauf hin, dass sich das Plankton vermehren konnte.

Plankton: von mikroskopisch klein bis mehrere Meter groß

Bei Plankton handelt es sich um Organismen, die größer als vier Mikrometer sind und in allen Gewässern vorkommen können. Noch kleinere Organismen werden als Pikroplanton und Nanoplankton bezeichnet. Diese Mikroorganismen bewegen sich mit der Schwimmrichtung des Wassers und können je nach Artenreichtum bis zu 50 Prozent der Biomasse besonders im Bereich der Küstennähe ausmachen. Auch wenn die meisten dieser Lebensformen winzig klein und sogar kaum noch unter einem Lichtmikroskop zu erkennen sind, gibt es auch großer Vertreter dieser Lebensform (Zooplankton). So werden auch metergroße Quallen, die sich nur mit der Meeresströmung fortbewegen können zu Plankton hinzugezählt. Je nach Unterscheidung der verschiedenen Plantonarten vermehren sich diese Organismen entweder mittels Fotosynthese oder durch die Aufnahme anderer Organismen.

Plankton trotzt härtesten Widrigkeiten, überlebt und vermehrt sich selbst im All

Die Entdeckung auf der ISS zeigt deutlich, wie widerstandsfähig Plankton sein kann. Es übersteht nicht nur die Reise außerhalb der Erdatmosphäre und überwindet die Erdanziehungskraft, weiterhin zeigen sich die Kleinstlebewesen resistent gegenüber Schwerelosigkeit, den extremen Temperaturbedingungen im All und der kosmischen Strahlung. Auch wenn die Herkunft des Planktons klar irdischen Ursprungs ist, ist es erstaunlich, wie es sich von den Transportmitteln über die Außenhülle der Internationalen Raumstation verteilen konnte. Die ISS ist bereits seit 1998 im Aufbau. Die einzelnen Module werden noch immer über bestimmte Raketen zum Anbau geliefert. Insgesamt 40 solcher Shuttleflüge sind für die Fertigstellung nötig. Für das entdeckte Plankton könnten die bisherigen Raumflüge jedenfalls ausgereicht haben, um sich im Weltraum anzusiedeln. Zuhause fühlen dürfte sich inzwischen auch der deutsche Astronaut Alexander Gerst. Er begleitet die internationale Mission auf der ISS seit dem 28. Mai 2014 und reist im November wieder in Richtung Heimat.

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