2020 QU6

Hobbyastronom entdeckt riesigen erdnahen Asteroiden

Dennis L.

Ein brasilianischer Hobbyastronom hat einen rund ein Kilometer großen Asteroiden entdeckt, welcher mit einem Abstand von etwa 40 Millionen Kilometer zu den erdnahen Objekten zählt. Die Gefahr eines Einschlags auf der Erde besteht laut Berechnungen aber nicht.

(Brasilien). Mehrfache Berechnungen verschiedener Astronomen bestätigen, dass der von dem brasilianischen Hobbyastronom Leonardo Amaral entdeckte Asteroid 2020 QU6 an der Erde vorbeifliegen wird. Hätte 2020 QU6, der immerhin rund einen Kilometer groß ist, einen Kollisionskurs mit der Erde gehabt, hätte die Menschheit mit immensen Schäden rechnen müssen.

Um eine solche Gefahr frühzeitig zu erkennen, suchen NASA, ESA sowie zahlreiche weitere Organisationen und Hobbyastronomen und auf der ganzen Welt permanent nach Asteroiden im Weltall. Jeder neuentdeckte Gesteinsbrocken wird dabei in der Turiner Skala mit einem Wert von 0 bis 10 klassifiziert. Dieser Wert gibt die Wahrscheinlichkeit eines Einschlags und die damit verbundene voraussichtliche Zerstörung an. Heute noch einen so großen Asteroiden wie 2020 QU6 zu entdecken ist schon etwas besonderes, denn in dieser Größenordnung gelten rund 90 Prozent der erdnahen Asteroiden als bereits entdeckt und katalogisiert.

Auf der Nordhalbkugel stehen mehr Teleskope zur Suche bereit

Berücksichtig man neben den von der NASA und ESA betriebenen erdgebundene Teleskope auch die oft sehr leistungsstarken Teleskope von Hobbyastronomen, so finden sich auf der Nordhalbkugel der Erde deutlich mehr Teleskope zur Asteroidensuche als auf der Südhalbkugel. Laut der gemeinnützigen Organisation The Planetary Society gibt es zudem auf der Nordhalbkugel deutlich mehr Asteroiden-Beobachtungsmissionen. Dies könnte der Grund sein, warum 2020 QU6 bis jetzt unentdeckt blieb.

Der Asteroid wird an der Erde vorbeifliegen

Auch wenn der Fund eines so großes Asteroiden etwas besonderes ist, war jedoch schnell klar, dass der riesige Gesteinsbrocken an der Erde vorbeifliegen wird. Mit einem Abstand von rund 40 Millionen Kilometern passiert der Asteroid die Erde - was etwa die zehnfache Distanz zwischen Erde und Mond entspricht. Die Entdeckung zeigt aber auch, dass noch einiges zum Schutz des Planeten getan werden muss, so ein Sprecher der Planetary Society.

Dennoch bestehe laut Bruce Betts, dem wissenschaftlichen Chef der Organisation, kein Grund zur Beunruhigung: „Wir hören deshalb immer öfter von Asteroidenentdeckungen in den Nachrichten, weil wir immer besser darin werden, solche erdnahen Objekte zu finden und zu verfolgen. Es gibt nicht plötzlich mehr Asteroiden, wir werden nur immer besser darin, sie zu sehen.“

Förderprogramme finanzieren Teleskope für Hobbyastronomen

Die Planetary Society hat für Hobbyastronomen ein spezielles Förderprogramm, dass engagierten Freizeitforschern bei der Anschaffung der teuren Teleskope und passendem Zubehör finanziell unterstützt. So bekam auch Leonardo Amaral über dieses Förderprogramm finanzielle Unterstützung in Höhe von 8.500 US-Dollar, für die er sich eine stabilere Teleskopmontierung kaufte.

Aber auch wenn man an dem Beispiel von Leonard Amaral sehen kann, wie wichtig die Hobbyastronomie für die Entdeckung unbekannter Objekte im Weltraum ist, so fällt die Planetary Society Asteroiden von der Größe von 202 QU6 nicht für die größte Bedrohung. Die Gefahr geht von kleineren Asteroiden aus. So besaß beispielsweise das Tunguska-Objekt, welches am 30 Juni 1908 in Sibirien einschlug, einen Durchmesser von nur wenigen hundert Metern. Dennoch setzte das Objekt beim Einschlag eine Sprengkraft von 1.150 Hiroshima-Bomben frei. Kaum auszumahlen, wenn so etwas heute über einer Metropole passieren würde.

Für Weltraumteleskope fehlen die finanziellen Mittel

Zwar unterhalten die US-Weltraumbehörde NASA sowie die ESA ebenfalls Programme zum Aufspüren von Asteroiden, allerdings nur mit geringen finanziellen Mitteln. So liegen bei der NASA zwar Pläne für ein neues Weltraumteleskop für die Near Earth Object Surveillance Mission (NEOSM) in den Schubladen, die Gelder für die Finanzierung sind aber noch nicht freigegeben. Planetary Society hat daher auch eine Petition an den US-Kongress gestartet, der die Freigabe der Gelder für diese wichtige Mission fordert.

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