Hohe Reisebereitschaft nötig

Europäische Weltraumorganisation sucht neue Astronauten

Robert Klatt

Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) sucht fünf neue Astronauten. Die Bewerbung ist ab dem 31. März möglich.

Paris (Frankreich). Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) startet in Kürze die erste Auswahlrunde für neue Astronauten (m/w/d) seit mehr als zehn Jahren. Interessenten können sich ab dem 31. März 2021 über die Karriereseite der Organisation bewerben. Gesucht werden vier gesunde Astronauten sowie ein Raumfahrer mit einer körperlichen Behinderung. Außerdem möchte die ESA erstmals eine Reserve ausbilden, aus der in Zukunft weitere Astronauten für Missionen rekrutiert werden sollen.

Kandidaten, die sich bei der ESA als Astronaut bewerben wollen, müssen eine Reihe von Voraussetzungen erfüllen. Sie benötigen mindestens einen Masterabschluss in Mathematik, Computerwissenschaft, Ingenieurwissenschaften, Medizin oder einem naturwissenschaftlichen Fach sowie drei Jahre Arbeitserfahrung. Alternativ wird auch eine Testpilotenlizenz akzeptiert.

Überdies müssen Bewerber fließend Englisch sprechen und aus einem der ESA-Mitgliedsstaaten oder einem der assoziierten Staaten stammen. Dies umfasst Norwegen, die Schweiz und Großbritannien sowie die Europäische Union (EU), mit Ausnahme der Slowakei, Litauen, Kroatien, Bulgarien, Malta und Bulgarien.

ESA erwartet hohe Reisebereitschaft

Die Weltraumorganisation erwartet außerdem von ihren Bewerbern die Bereitschaft zu unregelmäßigen Arbeitszeiten und häufigen Reisen. Auch eine hohe Flexibilität in Bezug auf den Arbeitsort innerhalb und außerhalb von Europa wird verlangt. Die Kandidaten benötigen ferner eine hohe intrinsische Motivation, die auch umfasst, dass sich die Personen während ihrer Tätigkeit für die ESA für Experimente zur Verfügung stellen.

Astronauten mit Behinderung

Im Rahmen der Machbarkeitsstudie Parastronaut sucht die ESA gezielt nach einem Astronauten mit einer körperliche Behinderung. Bewerben können sich Menschen mit unterschiedlich langen Beinen, kleinwüchsig Menschen und Personen, die einen Arm oder ein Bein verloren haben.

David Parker, ESA Director of Human and Robotic Exploration: „Alle Teile unserer Gesellschaft zu repräsentieren ist ein Anliegen, das wir sehr ernst nehmen. Vielfalt bei der ESA sollte nicht nur die Herkunft, das Alter, den Hintergrund oder das Geschlecht unserer Astronauten betreffen, sondern vielleicht auch körperliche Behinderungen. Um diesen Traum zu verwirklichen, starte ich neben der Astronautenrekrutierung das Parastronauten-Machbarkeits-Projekt - eine Innovation, deren Zeit gekommen ist.“

Weibliche Astronauten

Die ESA legt bei der Auswahl der neuen Astronauten außerdem großen Wert auf Diversität. Frauen werden deshalb ausdrücklich ermuntert sich zu bewerben. Dagmar Boos, die Personalchefin der ESA erklärte gegenüber Spiegel Online, dass die ESA sich mehr als 10.000 Bewerbungen und einen Frauenanteil von mindestens 15 Prozent erhofft.

Bewerbungsphase und Auswahlverfahren

Die Bewerbungsphase läuft vom 31. März bis zum 28. Mai 2021. Danach erfolgen zahlreiche Tests und Auswahlverfahren. Abgeschlossen ist das Verfahren erst Ende Oktober 2022.

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