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Blick in die Sterne

Cheops soll Exoplaneten genauer untersuchen

Die Weltraumorganisation ESA hat die erste Mission einer neuen Missionsklasse vorgestellt, welche mit geringen Budget in relativ kurzer Zeit realisiert werden soll. Der Characterising Exoplanets Satellite (kurz Cheops) soll ab 2017 bekannte Exoplaneten genauer untersuchen.

Paris (Frankreich). Die ESA hat im ersten Quartal des Jahres dazu aufgerufen, Missionsvorschläge für eine neue Art von Missionen zu unterbreiten. Die ESA bezeichnet diese Missionen, die einen hohen wissenschaftlichen Ertrag versprechen, mit einem kleinen Budget umsetzbar und in relativ kurzer Zeit plan- und durchführbar sind S-Klasse-Missionen. Diese neue Missionskategorie der ESA gleicht damit dem Discovery-Programm der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA. Die S-Klasse-Missionen sind Bestandteil des ESA-Programms Cosmic Vision, welches bislang nur aus mittleren und große Missionen bestand.

Als erste S-Klasse-Mission wurde Ende letzter Woche die Mission CHaracterising ExOPlanets Satellite, kurz Cheops, präsentiert. Cheops soll ab dem Jahr 2017 die Sterne ins Visier nehmen, von denen bereits bekannt ist, dass diese von extra solaren Planeten umkreist werden. Cheops wird die Sterne mit eine sehr hohen Genauigkeit untersuchen und einen direkten Transit nachweisen bzw. Hinweise auf einen solchen geben. Bei einem Transit sprechen Astronomen von einem Planeten der sich bei seiner Bahn um sein Heimatgestirn zwischen Stern und Erde stellt, ähnlich wie sich bei einer Mondfinsternis der Mond zwischen Erde und Sonne bewegt.

Cheops Aufgabe wird es sein, speziell nach sogenannten "Super-Erden", also extra solare Planeten die größer als die Erde, aber keliner als Neptun sind, zu suchen und diese zu analysieren. Durch den Transit lässt sich der Durchmesser des Exoplaneten errechen und durch den Abstand zum Heimatstern, sowie der Umlaufbahn und der Bahngeschwindigkeit lässt sich seine Masse bestimmen. Diese liefert den Wissenschaftlern Erkenntnisse über die Zusammensetzung des Planeten. Zudem soll Cheops auch Informationen über die Zusammensetzung möglicher Atmosphären liefern.

Professor Alvaro Giménez-Cañete, ESA-Direktor für Wissenschaft und die Erkundung des Weltraums mit Hilfe unbemannter Sonden erläutert: "Die Mission wurde aus insgesamt 26 Vorschlägen ausgewählt, die nach unserem Aufruf im März eingereicht worden waren, was beweist, wie groß das Interesse der Wissenschaftler an sehr gezielten und schnell realisierbaren Missionen ist, die sich auf bestimmte offene Fragen beschränken." Cheops wird der Wissenschaft helfen, mehr über extra solare Planeten zu erfahren und sicherlich wird Cheops viele offene Fragen beantworten.

Die Cheops-Mission wird von der ESA in Zusammenarbeit mit der Schweiz realisiert werden. Die Leitung wird Professor Willy Benz vom Center for Space and Habitability (CSH) der Universität Bern übernehmen. "Dies ist eine gebührende Fortsetzung der über 40-jährigen Erfolgsgeschichte der Schweizer Wissenschaftler und der Industrie an der Spitze der Weltraumforschung", kommentiert Benz. Auch Astronomen der Universität Genf, die mit zu den erfolgreichsten Planetenjägern zählen, werden mit zum Cheops-Team gehören.

Cheops wird ca. 200 Kilogramm wiegen und in einer sonnensynchronen Umlaufbahn in einer Höhe von 800 Kilometern um die Erde kreisen. Die ESA hat eine Laufzeit von 3 Jahren und 6 Monaten für den Satelliten angesetzt. Dabei soll Cheops für einen Teil der Beobachtungszeit auch einem großen Kreis von Wissenschaftlern zur Verfügung stehen.

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