Eine alte Theorie bestätigt

Atmosphäre der Erde schwingt wie eine Glocke

von Dennis L.

Vergleichbar mit einer klingenden Glocke, welche einen angenehmen musikalischen Klang erzeugt, soll einer These zur Folge die Atmosphäre unseres Planeten schwingen. Verschiedene Forscher konnten diese Jahrhunderte alte Theorie nun endgültig bestätigen.

Manoa (U.S.A.). Die Atmosphäre der Erde schwingt wie ein Musikinstrument. Jedoch erzeugt diese Schwingung keinen hörbaren Ton, wie viele Menschen fälschlicherweise vermuten. Kevin Hamilton von der University of Hawaii und Takatoshi Sakazaki von der Kyoto University beschreiben im Journal der American Meteorological Society diese Schwingungen als eine Form von atmosphärischem Druck, welcher sich über den Erdball legt. Dieser Druck besteht aus verschiedenen Wellen, welche sich mit den klanglichen Resonanzen einer herkömmlichen Glocke vergleichen lassen.

Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts konnte der Physiker und Mathematiker Pierre-Simon Laplace ein gewisses Verständnis für diese atmosphärischen Resonanzen vorweisen. Diese Theorie wurde in den darauffolgenden Jahren von weiteren Physikern definiert und ausgearbeitet. Dies führte zu Vorhersagen, welche Wellenfrequenzen in der Atmosphäre der Erde vorhanden sein sollen. Allerdings konnte die Existenz solcher Schwingungen nie hundertprozentig nachgewiesen werden.

Detaillierte Studie weist Schwingung nach

Sakazaki und Hamilton präsentieren in ihrer neuesten Studie einen unwiderruflichen Beweis für die Existenz solcher Schwingungen. Dank einer äußerst detaillierten Analyse und der Beobachtung des atmosphärischen Drucks, sind die Theorien der verschiedenen Wellen aus der Vergangenheit eindeutig nachgewiesen.

Die beiden Wissenschaftler fokussieren sich innerhalb ihrer Studie auf Zeiträume der Wellen zwischen zwei und 33 Stunden. Zusätzlich wurden besonders die Wellen beobachtet, welche ein horizontales Bewegungsmuster aufweisen und sich mit erhöhter Geschwindigkeit fortbewegen. Dieses Bewegungsmuster sorgt für ein deutliches Schachbrettmuster aus hohem und niedrigem Druck. Die beiden Autoren der Studie geben dazu an, dass diese schnell bewegenden Wellen perfekt mit den weltweiten Mustern, den beobachteten Frequenzen, sowie mit den theoretisch vorausgesagten Informationen übereinstimmen.

Neue Wege in der Wissenschaft

Die Forschungsarbeit ist jedoch mit dieser bahnbrechenden Entdeckung noch nicht abgeschlossen. Zwar sei ein langjähriges Forschungsproblem der Atmosphärenwissenschaft damit geklärt, damit eröffnen sich jedoch ganz neue Fragen und Forschungswege. Es gilt die Prozesse zu verstehen, welche die Wellen anregen aber auch die, welche die Wellen dämpfen.

American Meteorological Society, doi: 10.1175/JAS-D-20-0053.1

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